Vorstände auf der Anklagebank
Ingolstadt/Eichstätt (reh) Ihre Eigenständigkeit hat die Volksbank Eichstätt längst verloren, da sie in finanzieller Schieflage mit der Raiffeisenbank Ingolstadt fusionieren musste. Doch jetzt holten die ehemaligen Vorstände vielleicht ein letztes Mal die alten Tage ein.
Der Prozess sollte vor längerer Zeit am Ingolstädter Amtsgericht ablaufen, doch der zuständige Schöffenrichter verwies das Verfahren wegen der Bedeutung nach München. Fünf Tage waren nun eingeplant. Doch der Prozess endete bereits am ersten Tag, da sich die Ankläger, Rechtsanwälte (mit den Angeklagten natürlich) und Gericht auf einen Deal einigten: Das Verfahren wurde für alle drei Herren gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Nunius muss 13 000, Knust 11 000 und der ehemalige Bereichsleiter 5000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung überweisen. Dann ist die unerfreuliche Episode der Bankenhistorie abgeschlossen. „Das ist aber keinesfalls mit einem Schuldeingeständnis gleichzusetzen. Das ist auch ausdrücklich so formuliert“, sagt Anwalt Jörg Gragert aus Ingolstadt, der den früheren Vorstandsassistenten vertrat.
Gegen die Einstellung des Verfahrens wehrte sich die Staatsanwaltschaft bis zuletzt. Kurz vor Prozessbeginn beglich allerdings die Beteiligungsfirma die letzten offenen Forderungen aus der Million. „Ein tatsächlicher Schaden ist der Bank also letztlich nicht entstanden, es ging nur noch um eine Vermögensgefährdung“, erklärt Gragert. Unter dieser Voraussetzung ließ sich die Anklageseite auf den Deal ein. Das Vertrackte: Die Bank hatte die ganze Geschichte selbst ins Rollen gebracht. Sie stellte seinerzeit Anzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen die beiden Firmenkunden. Doch die Ermittler drehten bald den Spieß um.
Von Christian Rehberger
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