Mittwoch, 23.05.2012 |

 

29.11.2011 19:35 Uhr | 122x gelesen
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Bergung aus der Todeszone


Bild: Bergung aus der Todeszone. Eichstätt Eichstätt (EK) Der österreichische Bergsteiger Georg Kronthaler hat im Alten Stadttheater beim Edelweißfest des DAV über die Bergung seines toten Bruders von einem Achttausender berichtet. Auf dem Programm standen außerdem Ehrungen und ein Vortrag des Vorsitzenden Josef Auer.

Eichstätt (EK) Der österreichische Bergsteiger Georg Kronthaler hat im Alten Stadttheater beim Edelweißfest des DAV über die Bergung seines toten Bruders von einem Achttausender berichtet. Auf dem Programm standen außerdem Ehrungen und ein Vortrag des Vorsitzenden Josef Auer.


Eichstätt: Bergung aus der Todeszone
Georg Kronthaler.
Ein Mann in gelbem Anorak liegt im Schnee in der gleißenden Sonne, um ihn herum die Gipfel des pakistanischen Hochgebirges. Der Bergsteiger ist tot, gestorben an Erschöpfung und Flüssigkeitsmangel, kurz, nachdem er auf dem 8051 Meter hohen Broad Peak gestanden hat. Sein Name ist Markus. Er ist der sechs Jahre jüngere Bruder des Bergführers Georg Kronthaler.

„Man kann in der Höhe keinem helfen und keinen bergen – das sind die Gesetze der Höhenbergsteiger“, erklärte Kronthaler in seinem Vortrag. Im Juni 2007, ein Jahr nach Markus’ Tod, hat er diese Gesetze gebrochen und seinen Bruder nach Hause gebracht. Ein Filmteam begleitete die Expedition und dokumentierte sie im Film „Grab in eisigen Höhen – Bergung aus der Todeszone“ (siehe Interview).

Kronthaler berichtete weiter über den Aufbau einer pakistanischen Bergrettung. Er wolle damit „etwas zurückgeben“ an die einheimischen Hochträger, die maßgeblich zum Erfolg der Bergung beigetragen haben. „Die Bergrettung soll den Einheimischen ein Zusatzeinkommen sichern und dafür sorgen, dass das Andenken meines Bruders gewahrt wird“, erklärte Kronthaler.

Im April dieses Jahres begann er zusammen mit einem befreundeten Bergführer mit der Ausbildung von zehn Einheimischen. Damit diese bald selbstständig weitere pakistanische Bergretter ausbilden können, soll das Training im kommenden Jahr weitergehen.

Mit dem Thema Ausbildung und Ausbilder beschäftigte sich auch der Vorsitzende Josef Auer: Er sprach über Ehrenamt im DAV – wozu vor allem die Tätigkeit von Übungsleitern und Kletterbetreuern zählt. „Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben“, zitierte Auer ein Gedicht von Wilhelm Busch.

Trotzdem mangelt es der Sektion nicht an ehrenamtlichem Nachwuchs: „Wir haben heuer drei neue Jugendleiter ausgebildet, dazu kommt ein halbes Dutzend Studenten als Kletterbetreuer.“ Deren Begeisterung für den Berg- und Klettersport springe auch auf den Nachwuchs über – das zeigte sich beispielsweise bei den Jugendkulturtagen im Juli, bei denen die Sektion mit einer Kletterwand und einem Boulderblock vertreten war. „Wir haben ein Mädchen beobachtet, das nach drei Stunden immer noch am Boulderblock hing, obwohl ihm schon fast die Augen zufielen“, erzählte Josef Auer. Als Motivation für die Jugendtrainer nannte er des Weiteren die kostenlose Aus- und Fortbildung, die Möglichkeit, Sozial- und Führungskompetenz zu erwerben und natürlich die Anerkennung des Ehrenamts.

Anerkennung zollte der Verein anschließend seinen langjährigen Mitgliedern: Die beiden Vorstände Isolde Wiechmann und Klemens Schreiner ehrten 35 Jubilare mit Urkunden und Edelweiß-Anstecknadeln (siehe Kasten). Die Verabschiedung der Wirte der Sektionshütte, Toni und Gitti Riepler, übernahm der ehemalige Sektionsvorsitzende Gerd Seibold. Die beiden haben die Pacht der Glorer Hütte zum Saisonende aus persönlichen Gründen abgegeben.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Eichstätter Sektion des DAV eine Familie aus Mörnsheim als 2000. Mitglied mit einem Einkaufsgutschein geehrt und aufgenommen: André und Jana Reichert und ihre Söhne Tim und Robin sind im Mai beigetreten. Aktuell hat die Sektion 2100 Mitglieder.

 


Von Johanna Kempter

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