Der Altbau des Heilig-Geist-Spitals , in dem derzeit noch Studentenwohnungen vermietet sind, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dann soll hier auch betreutes Wohnen angeboten werden. Die Planungen sollen heuer noch starten.
Chloupek
Eichstätt

Bekanntlich ist geplant, den Gebäudekomplex, der derzeit an Rüstige und an Studenten vermietet ist, durch einen Neubau zu ersetzen, um dort dann „betreutes Wohnen“ anzubieten. Das wäre auch leichter zu finanzieren – da man hier nicht auf Pflegesätze achten müsste. Das Spital hätte dann zwei Standbeine: die vollstationäre Pflege und das betreute Wohnen. „Wir werden noch 2017 gemeinsam mit dem Stadtbauamt in die Planung einsteigen“, sagte Rehm in der Sitzung des städtischen Haupt- und Werkausschusses.

Richard Nikol (FW) mahnte dennoch an, dass in der Stadt künftig mehr Pflegeplätze gebraucht würden – das sei nötiger als betreutes Wohnen. Dazu sagte Rehm: Er sei verpflichtet, die Stiftung „kapitalsicher“ zu führen; wenn es mehr Bedarf an Vollzeitpflegeplätzen gebe, müssten noch andere Träger dafür gefunden werden.

Stefan Schieren (SPD) fragte, ob ein Verkauf des Altenheims im Raum stünde. Dazu erklärte Stadtkämmerer Herbert Rehm, der zudem Geschäftsführer des Altenheims ist: „Das empfiehlt sich derzeit nicht.“ Die Zeiten, in denen private Pflegedienste und -heime nur so aus dem Boden schossen, seien seit Jahren vorbei: „Die Renditeerwartungen in der Branche sind deutlich gesunken“, auch private Anbieter müssten ihr Personal anständig bezahlen, um gute Fachkräfte zu bekommen. Langfristig werde man bundesweit auch neue Finanzierungsmöglichkeiten und Konzepte brauchen: „Es kann sein, dass die Vollzeitpflege in ihrer jetzigen Form zu teuer wird.“

Mittelfristig – für die nächsten Jahre – sieht es zwar angespannt, aber immer noch recht solide aus für das Heilig-Geist-Spital. Das zeigt ein Blick in den Wirtschaftsplan des Altenheims, den Rehm zusammen mit dem Haushaltsplan 2017 der Eyb’schen Heilig-Geist-Spitalstiftung dem Ausschuss vorgestellt und den das Gremium dann auch einstimmig dem Stadtrat zum Beschluss empfohlen hat.

Aufwendungen in Höhe von 4,918 Millionen stehen im Erfolgsplan Erträge von 4,828 Millionen Euro gegenüber. Das Defizit, 90400 Euro, ist um 2500 Euro oder 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Einnahmen aus den Heimentgelten der Rüstigenplätze werden von 416000 im Vorjahr auf 259800 Euro sinken, die Heimentgelte im Pflegesektor werden von 4,09 auf 4,23 Millionen Euro steigen. Rehm schilderte auch diesmal – wie bei jeder jährlichen Vorstellung des Wirtschaftsplans – die Anstrengungen, die Personalkosten, die mit 3,515 Millionen Euro etwa 71 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, im Zaum zu halten und dennoch Qualität zu gewährleisten: „Wir müssen und wollen unser Personal gut bezahlen, damit es Bewohner und Personal gut geht“, sagte Rehm. Von den insgesamt 125 Stellen sind derzeit 112 besetzt. Im Vermögensplan halten sich Einnahmen und Ausgaben mit je 1,183 Millionen Euro die Waage.

AUS DER SITZUNG

Waisenhausparkplatz: Richard Nikol (FW) bemängelte den schlechten Zustand des geschotterten Waisenhausparkplatzes nach dem Starkregen und forderte, dass das Stadtbauamt hier tätig werde: „Den müssen wir wieder herrichten, das kann man so nicht lassen.“ Stadtbaumeister Manfred Janner stimmte ihm grundsätzlich zu. Der Bedarf sei bekannt, er werde die Parkplatzsanierung in den Haushaltsplan 2018 aufnehmen – ob sie dann aber auch umgesetzt werde, entscheide der Stadtrat.

Zwischenstand: Stadtwerkeleiter Wolfgang Brandl gab seinen obligatorischen Halbjahresbericht über die Abwicklung seines Wirtschaftsplans ab. Sein Fazit: „Trotz einiger Überraschungen ist insgesamt alles im grünen Bereich.“ | chl