Eichstätt: Wohin mit dem neuen Feuerwehrhaus?
Im 900 Meter-Radius um den jetzigen Standort des Feuerwehrgerätehauses halten die Gutachter den Neubau aus feuerwehrtechnischen Gründen für sinnvoll. Exakte Standortvorschläge gibt es noch nicht. Damit soll sich nächste Woche der Hauptausschuss befassen. Grafik: DK/Blank
Eichstätt
Voriges Jahr war bei diesem Thema wirklich Feuer unterm Dach: Angesichts der maroden derzeitigen Unterkunft schien gar die Zukunft der Eichstätter Feuerwehr auf dem Spiel zu stehen. Die Jugendfeuerwehr hatte zeitweilig ihre Arbeit eingestellt. Nach einer Reihe turbulenter Sitzungen hatte der Stadtrat am 16. Dezember in einer denkwürdigen Zusammenkunft im Festsaal des Alten Stadttheaters einen Neubau beschlossen, gedeckelt auf drei Millionen Euro. Die Standortsuche startete – und um das Thema wurde es wieder ruhig.

Stadtbaumeister Manfred Janner erklärte gestern auf Anfrage, das IBG-Gutachten hatte sich damit zu befassen, eine „Größenordnung für einen Neubau zu bestimmen und eine geeignete Situierung zu finden“, und jetzt liege ein Zwischenbericht der Gutachter vor. Darin haben die Fachleute aus feuerwehrtechnischer Sicht auf dem Stadtplan allerdings noch keine fixen Punkte von möglichen Standorten gesetzt, aber immerhin einen Kreis gezogen: Die Stadt soll demnach einen Standort in einem Radius von 900 Meter rund um den jetzigen Standort finden.

Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer und Stadtbaumeister Manfred Janner haben am Dienstagabend bereits die Feuerwehrverantwortlichen über den Zwischenbericht informiert, am 17. November soll sich der Haupt- und Werkausschuss damit befassen.

Stadtbrandinspektor und Kommandant Dieter Hiemer bestätigte gestern auf Anfrage, dass die Feuerwehr nach wie vor einen Neubau am bisherigen Standort zwischen Residenzplatz und Altmühl an der Stadtmauer favorisiert. Dagegen hatte sich bekanntlich der Denkmalschutz bereits Ende vorigen Jahres ausgesprochen. Janner räumt ein, dass die Abwägung der verschiedenen Parameter durchaus noch schwierig werden könnte.

Aus feuerwehrtechnischer Sicht geht es wie mehrfach berichtet um möglichst kurze Anfahrtswege und Alarmierungszeiten, deshalb sollte der Standort möglichst zentral gelegen sein. Die Arbeitsbedingungen, das hatte der Kommandant immer wieder betont, seien für die Freiwilligen Feuerwehrleute kaum mehr zumutbar, eine Sanierung des bestehenden Gerätehauses dürfe nicht in Frage kommen, der Platzbedarf sei deutlich höher, als er im Bestand ermöglich werden könne.

Stadtbaumeister Manfred Janner stellte gestern ebenfalls klar, dass der Neubau-Beschluss des Stadtrats gelte: „Wir planen keine Sanierung, wir reden von einem Neubau.“ Wenn es auf den bisherigen Standort hinauslaufen solle, werde auch dort faktisch ein Neubau geplant werden müssen. Für das Stadtbauamt geht es aber nicht nur um die feuerwehrtechnischen Parameter, sondern auch um Belange des Denkmalschutzes, der Topografie, der Stadtentwicklung, des Hochwasserschutzes und anderes mehr. Dann müsse das etwaige Grundstück natürlich auch verfügbar und bezahlbar sein. Da sind noch einige Fragen offen.