Eichstätt: Stabwechsel bei der Eichstätter Feuerwehr
Gratulierte seinem Nachfolger Georg Maier: Kommandant Dieter Hiemer (links). - Foto: Knopp
Eichstätt

Drei Stimmzettel blieben leer.

"So spannend wird's wohl nicht werden", hieß es gleich zu Beginn der Versammlung am Dienstagabend im Feuerwehrgerätehaus. Schließlich war im Vorfeld alles geregelt worden. Auf die Frage nach einem Kandidatenvorschlag von Wahlleiter Hans Bittl kam es auch gleich wie aus der Pistole geschossen aus den Reihen der Aktiven: "Georg Maier." Ein zweiter Bewerber für den wichtigsten Posten bei der Eichstätter Wehr fand sich nicht. So durften die 41 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau zur Abstimmung schreiten: ganz förmlich in einer extra aufgestellten Wahlkabine. Während der Auszählung in der Pause wurde darüber spekuliert, wie deutlich das Votum für Maier wohl ausfallen werde. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses herrschte allgemeine Erleichterung darüber, dass alles so glatt über die Bühne gegangen ist, und für den künftigen Kommandanten gab es donnernden Applaus, nachdem er verkündet hatte: "Ich nehme die Wahl an."

Georg Maier, der seit zehn Jahren bei der Eichstätter Wehr und dort Zugführer ist, geht mit einem gehörigen Vertrauensvorschuss in sein künftiges Amt, das er am 7. Oktober antreten wird. Seine Kameraden lobten gegenüber unserer Zeitung ausdrücklich dessen Fachwissen, und auch die menschliche Komponente blieb nicht außen vor: Er sei ein "verdammt netter Kerl", war zu hören, "mit ihm kann man reden". Maier selbst, der seine Feuerwehrlaufbahn 1983 in seinem Geburtsort Ergolding begonnen hatte, blieb bescheiden: "Ich hätte mit einem knapperen Ergebnis gerechnet." In seine neue Position wolle er sich zuerst einmal einarbeiten, bevor er Pflöcke setze. Das Dauerthema Neubau des Feuerwehrhauses wolle er aber genau so vorantreiben, wie es der noch amtierende Kommandant Dieter Hiemer getan habe. Maier räumte allerdings ein, dass man sich angesichts der laufenden Sanierung wohl noch auf einen längeren Aufenthalt im bestehenden Gebäude werde einrichten müssen. Nach Eichstätt hatte es den 47-Jährigen übrigens aus privaten Gründen verschlagen: Seine Frau kommt aus der Domstadt. Seit einigen Jahren betreibt Maier hier ein Ingenieurbüro für Brandschutztechnik.

Freilich stand noch eine weitere Person bei der Versammlung im Mittelpunkt: Dieter Hiemer, seit 43 Jahren Feuerwehrmann und seit 1984 Kommandant. "Ab dem 7. Oktober werdet Ihr mich nur noch in Zivil sehen", meinte der 63-Jährige, der sich aus Altersgründen zurückzieht. Selbstverständlich aber werde er der Feuerwehr und seinem Nachfolger - "ein guter Mann" - mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Kreisbrandrat Martin Lackner bezeichnete Hiemers Wirken über die vielen Jahre als "etwas Einmaliges und Besonderes": Dieser sei der Stadtbrandinspektor mit der längsten Dienstzeit in Oberbayern. Im Laufe der Zeit hat Hiemer über 3000 Einsätze absolviert.

Natürlich wird der scheidende Kommandant, der seinen Vorgänger Alois Breindl (1954 bis 1984) um drei Jahre übertroffen hat, noch gebührend gewürdigt: beim Familienfest mit Segnung der neuen Fahrzeuge am 23. September. Das kündigte Oberbürgermeister Andreas Steppberger an, der sich über "den reibungslosen Übergang in eine neue Ära" freute. Kreisbrandrat Lackner legte dem neuen Kommandanten vor allem die Nachwuchsarbeit und die Einbindung von mehr Frauen ans Herz.