Eichstätt: "Seil zu" und "ab" geht der Kraxelspaß
Eine große Kletterwand schmückt nun die Eichstätter Montessori-Schule. Gebaut wurde sie von Flüchtlingen der Berufsintegrationsklasse der Berufsschule. - Foto: Leykamm
Eichstätt

Zusammengebaut und installiert wurde die Wand von Flüchtlingen der Berufsintegrationsklasse.

Neuneinhalb Meter breit und stolze 5,2 Meter hoch ist die neue Wand. Wer sie nach den Regeln der Kunst besteigen will, muss den Griffen und Tritten einer Farbe folgen. Doch die Teile lassen sich nach Belieben umstecken, sodass unzählige Variationen und Schwierigkeitsgrade realisiert werden können.

Von der Koproduktion bei der Verwirklichung des Projekts profitieren die Schüler der beiden beteiligten Einrichtungen gleichermaßen. So betonten es übereinstimmend die jeweiligen Leitungen Sabine Heiß (Montessori-Schule) und Wendelin Ferstl (Berufsschule). Ein Film zeigte im Rahmen der Übergabe, mit welchem Engagement die 20 jungen Männer aus fast halb so vielen verschiedenen Ländern zu Werke gegangen waren. "Für unsere Schüler gibt es nichts Schöneres, als etwas für andere herzustellen, was dann auch benutzt wird", so Ferstl. Mit dem Werk hätten sie sich nun "in Eichstätt verewigt". Sabine Heiß zeigte sich zudem sehr erfreut darüber, dass im Rahmen des Projekts auch ein sehr guter Kontakt zwischen den Schülern beider Einrichtungen zustande gekommen sei: ob bei den gemeinsamen Arbeiten oder auch ganz zwanglos beim Basketballspielen im Pausenhof. In das pädagogische Konzept der Montessori-Schule passe die Kletterwand selbst geradezu ideal, da sie eine "vorbereitete Umgebung" darstelle, die etwa die Selbstorganisation fördert. "Klettern ist viel mehr als nur ein Sport", wie Heiß bei der Übergabe betonte, sondern trage auch zu emotionaler sowie sozialer Bildung bei. Und der Übungseffekt für die jungen Flüchtlinge dürfe ebenso nicht unterschätzt werden. Sie lernten dabei Deutsch auf eine ganz praktische Weise.

Nach der Übergabe durfte dann an der Wand natürlich auch eifrig geklettert werden. Für Sicherheit sorgen unter anderem Anker, die einen halben Meter in den Beton hineinreichen. Die Seile wiederum halten bis zu 2000 Kilogramm Gewicht. Immer wieder erklangen die Worte "Seil zu" und "ab" - die beiden wichtigste Zurufe des Kletterers an den, der am Boden am anderen Ende des Seiles steht.

Heiß und Ferstl versäumten es nicht, ihren Dank an die zahlreichen Sponsoren zu entrichten, die die Finanzierung komplett übernahmen. Die Montessori-Schüler selbst trugen mit 1000 Euro aus dem Erlös des Pausenverkaufs zum Gelingen des Projekts bei, das insgesamt mit 12 000 Euro zu Buche schlug.