Eichstätt: Sattes Plus an Sonnenstunden
 
Eichstätt
Die Wetterstation am Häringhof in Eichstätt hat jetzt ihre Statistik des Jahres 2011 zusammengestellt, die zeigt: Eichstätt stand buchstäblich auf der Sonnenseite und liegt 382 Sonnenstunden (23,6 Prozent) über dem vieljährigen Mittel (1620 Sonnenstunden). Das vieljährige Mittel errechnet die Wetterstation aus den Daten des Deutschen Wetterdienstes der Jahre 1961 bis 1990. Vor zwei Jahren hatte sich der Sonnenschein in Eichstätt mit 1632 Stunden ziemlich genau an diesen Durchschnitt gehalten.

Eichstätt liegt damit in der Bilanz 2011 gut über dem Landesschnitt: Die 132 Wetterstationen in Bayern kommen im Gesamtschnitt auf immerhin 1937,9 Sonnenstunden, wobei der Spitzenreiter mit 2347 Sonnenstunden Bergham im Landkreis Rosenheim und das Schlusslicht mit nur 1311 Sonnenstunden das Eichstätt deutlich nähere Hilpoltstein ist. Die zweite Wetterstation im Landkreis, Hepberg, hat mit 1905 Sonnenstunden auch noch ein sattes Plus von 17,6 Prozent zu verbuchen.

Die 2000er-Marke zu durchbrechen ist in Eichstätt seit 2002 und 2003 nicht mehr gelungen. Damals waren die Altmühltaler aber auch für ein ganz mieses Vorjahr entschädigt worden. Denn 2001, also vor zehn Jahren, war mit nur 902 Sonnenstunden ein Minus von 44,3 Prozent dokumentiert worden.

Auch die Durchschnittstemperatur des vergangenen Jahres liegt mit 9,2 Grad Celsius um plus 1,3 Grad deutlich über dem vieljährigen Mittel (7,9 Grad). Der höchste Jahresmittelwert seit 1989, dem Start der Messstation Häringhof, wurde 2007 mit 9,4 Grad erreicht, den niedrigsten gab es 1996 mit 6,6.

Am wärmsten war es vergangenes Jahr am 23. August, einem Dienstag, an dem das Thermometer ein Maximum von 31,9 Grad erreichte. Das war einer von allerdings nur fünf „heißen Tagen“, für die aus Meteorologensicht die Temperatur über einem Tagesmaximum von 30 Grad liegen muss. Insgesamt gab es in Eichstätt aber immerhin 38 echte Sommertage mit einem Tagesmaximum von 25 und mehr Grad.

Der kälteste Tag des Jahres war der 30. Januar, ein Sonntag, an dem das Thermometer minus 11,1 Grad Minimum erreichte. Insgesamt haben die Wetterexperten für Eichstätt 91 Frosttage mit einem Tagesminimum unter Null Grad und 29 Eistage mit einem Tagesmaximum unter Null verbucht. Damit ist 2011 tatsächlich deutlich milder ausgefallen als 2010 (Temperaturmittel 7,5 Grad, 110 Frosttage, 35 Sommertage).

Trotz der Schneemassen und des Hochwassers zu Jahresbeginn ist der Niederschlag 2011 insgesamt unter dem Durchschnitt geblieben: Mit 714,9 Millimetern liegt er 7,5 Prozent (57,7 Millimeter) unter dem vieljährigen Mittel (772,6). Ausgerechnet am Feiertag Mariä Himmelfahrt, dem 15. August, gab es mit 37,3 Millimetern den maximalen Tagesniederschlag des ganzen Jahres.

Insgesamt regnete es 2011 an 146 Tagen. Das hört sich vielleicht viel an, ist aber deutlich weniger als der Landesdurchschnitt für Bayern (164,2) und liegt auch deutlich unter der Eichstätt-Statistik 2010: Damals hatte es an 181 Tagen geregnet. Als Jahr mit dem meisten Niederschlag seit Bestehen der Wetterstation 1989 gilt 2002 (984,7 Millimeter), am wenigsten Niederschlag wurde 1996 (421,2 Millimeter) registriert.

Vor nassem und unwirtlichem Wetter selbst an Feiertagen sind die Eichstätter auch 2012 nicht gefeit: Die Meteorologen rechnen in ihrer Vorhersage für Heilig-Drei-Könige und das Wochenende mindestens mit Regen und Schneeschauern, dazu wird auch für den Landkreis Eichstätt eine Unwetterwarnung wegen orkanartiger Böen ausgesprochen. Was eine solche Wolkenwalze anrichten kann, ist den Eichstätter noch lebhaft vom 22. Juni 2011 in Erinnerung.