Die beiden verstanden sich in ihrer gemeinsamen Zeit an der Berufsschule, immerhin gut sieben Jahre, prächtig. Das vertrauensvolle Verhältnis haben Wendelin Ferstl und sein Vorgänger Alfons Frey, die sich bereits aus Schüler- und Studientagen kennen, gestern zum Ende des Festakts an der Berufsschule noch einmal sehr deutlich gemacht. Gemeinsam traten sie auf die Bühne und plauderten über Freys neue Aufgabe als Referatsleiter am Münchner Kultusministerium. Ferstl konnte sich dabei auch die eine oder andere humorvolle Spitze nicht verkneifen ("Du bist schon voll im Ministeriums-Modus und machst Aussagen ohne Aussagen."). Frey wiederum gab Wendelin Ferstl, der seit 2011 bereits sein ständiger Vertreter war, im Fußballjargon so manch guten Tipp mit, wie er als "Trainer, Cheftrainer und Geschäftsführer" mit den "Co-Trainern" (Lehrerkollegium) aber auch mit dem Präsidenten (Landrat) zusammenarbeiten sollte. Der Landrat, so Frey, sei allerdings "ein echter Berufsschul-Fan", auf den er sich verlassen könne.

Das hatte - freilich in anderen Worten - schon zu Beginn der über zweieinhalbstündigen Feier die oberbayerische Regierungsvizepräsidentin Maria Els mit Blick auf die großen baulichen Veränderungen in den letzten Jahren erklärt: "Ihnen, Herr Landrat, und dem Kreistag gilt ein großer Dank, dass Sie die berufliche Bildung in Ihrem Landkreis so hochhalten und fördern." Els verwies aber auch auf die "großen pädagogischen Herausforderungen", denen die Schule sich (bereits unter Freys Vorgänger Nikolaus Lackermair) "vorbildlich gestellt" habe.

Sie nannte den Modellversuch der "inklusiven beruflichen Bildung" und den Unterricht für berufsschulpflichtige Migranten. "Vielleicht spielen dieser souveräne und gelassene Umgang mit neuen Herausforderungen und die unkonventionellen Lösungen eine Rolle dafür, dass Sie nun Ihren Wirkungsbereich auf ganz Bayern ausweiten dürfen", sagte Maria Els: Frey ist seit August als Referatsleiter für den kaufmännischen und verwaltenden Bereich innerhalb der beruflichen Bildung im Kultusministerium zuständig. Der 48-Jährige solle sich dabei den Ruf des "kompetenten, heiteren und sehr kooperativen Schulleiters", der er gewesen sei, bewahren.

Oberbürgermeister Andreas Steppberger hob die "große Sachkenntnis und Kontaktfreudigkeit sowie die ausgeprägte Fähigkeit zum ,Networking €™" hervor. Bürgermeister Manfred Preischl von Greding - dort hat die Wirtschaftsschule, die von Eichstätt aus geleitet wird, ihren Sitz - dankte Frey für die "tolle Zusammenarbeit" und bot sie auch Wendelin Ferstl an.

Mit dem im Dezember ernannten neuen Leiter Ferstl sah Maria Els die Berufsschule "weiter in guten Händen". Er bringe eine "große Portion an Praxis und Erfahrung" mit, werde aber "auch eigene Schwerpunkte setzen".

Der Personalrat - vertreten durch Karl Herrler - überreichte Ferstl unter anderem eine Spielführerbinde mit dem Logo der Berufsschule. Alfons Frey bekam für sein Münchner Büro ein Kreuz: "Dieses Symbol steht aber nicht für vergangene Zeiten", betonte Herrler - für die danke man ausdrücklich.

Als "reibungslose Stabübergabe" sah Landrat Anton Knapp den Schulleiterwechsel von Frey auf Ferstl. Dass das Kollegium damals im Juli "geschockt" gewesen sei, dass der bisherige Chef nach München gehe, könne er nachvollziehen. Aber: Ferstl sei der "allerbeste Nachfolger", sagte Gerda Amler, die als Mitarbeiterin in der Schulleitung arbeitet und die Gäste begrüßt. Nach Meinung Landrat Knapps sei der 50-Jährige "nicht nur menschlich ein großer Gewinn, sondern auch fachlich". Er könne sein "wertvolles internes Wissen" nutzen - der Wirtschafts- und Sozialkundelehrer Ferstl ist seit 2008 am Eichstätter Burgberg tätig. Ferstl könne "auf stets offene Ohren des Landkreises für die Belange der Berufsschule bauen".