Eichstätt: Rechtzeitig Kontakte knüpfen
Zahlreiche heimische Unternehmen präsentierten sich auf der Ausbildungsplatzbörse an der Mittelschule Schottenau. Die Schüler nutzten das Angebot, um einen Praktikumsplatz zu ergattern, der später in eine Lehrstelle münden könnte. - Foto: Bauer
Eichstätt

Auf der anderen Seite nutzten 300 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Schottenau, der Montessorischule Eichstätt und des Förderzentrums sehr interessiert die Chancen eines regen Informationsaustauschs, um einen Praktikums- beziehungsweise Ausbildungsplatz zu bekommen. Karl Grienberger, der Schule-Wirtschafts-Experte des Schulamtsbezirks Eichstätt, hatte zusammen mit Lehrer Franz Stur die Börse zum zweiten Mal auf die Beine gestellt.

Beide Seiten, die heimischen Betriebe und die jungen Leute auf dem Weg zum Beruf, waren am Ende zufrieden. Die Jugendlichen bekamen Informationen über Anforderungsprofil, Ausbildung, die Vergütung und freie Praktikums- und Ausbildungsplätze, und die Betriebe nutzten die Möglichkeit, um Nachwuchs zu werben. Peter Haberkern, der Obermeister der Kfz-Innung, hatte beispielsweise Angebote der Werkstätten des nördlichen und westlichen Landkreises mitgebracht. "Eine total gelungene Aktion", war das Fazit der Betriebsvertreter, Schüler und Lehrer.

Viele Betriebe und Institutionen aus dem Landkreis und Berufsberater Klaus Hendrix hatten in der Schule ihre Stände aufgebaut. Rektor Erich Kraus meinte, das Angebot sei für die jungen Leute in der Phase der Berufsorientierung um so wichtiger, weil sich die Schüler verhältnismäßig früh für einen Beruf entscheiden müssten. Georg Stark, der Wirtschaftsförderer des Landratsamts, vertrat den Schirmherrn, Landrat Anton Knapp. Die Schülerfirma, die für die Versorgung zuständig war, konnte sich am Aktionstag gleich mit den Strukturen der Arbeitswelt und des Marktes vertraut machen.

Initiator Karl Grienberger nannte zwei Gründe für die Durchführung der Börse: Zum einen stelle der Übergang von der Schule in den Beruf für die jungen Leute eine große Hürde dar. Sie könne durch die persönlichen Kontakte abgebaut werden. Zum anderen wollte Grienberger den einheimischen Firmen und Handwerksbetrieben die Möglichkeit eröffnen, Kontakte mit potenziellen Auszubildenden zu knüpfen. Denn: "Handwerksbetriebe und Institutionen wie Altenheime haben einen Mangel an Fachkräften."

Im Vorfeld hatten sich die Lehrkräfte mit den Firmen auseinandergesetzt und die Schüler intensiv vorbereitet. So gingen Schüler, Lehrer und Betriebe professionell aufeinander zu. Aktuell sei es wichtig, so der Schule-Wirtschafts-Experte, dass viele Achtklässler für die Ferien zusätzliche Praktika vereinbart haben, und die Neuntklässler sich berechtigte Hoffnungen auf eine Lehrstelle machen können, wenn sie in den Faschingsferien zum Arbeiten auf Probe antreten.

Am Rande der Börse erzählten drei Schüler, die letztes Jahr schon teilgenommen hatten, von ihren positiven Erfahrungen. Sebastian Wender hatte sich für eine Praktikumsstelle bei der Firma Weitner entschieden. Es folgten Bewerbung, Vorstellungsgespräch und Test. Mittlerweile ist der Vertrag für die Ausbildung zum Feinwerkmechaniker unterschrieben. Niklas Klieber und Maximilian Seidler bekamen bei der letztjährigen Börse ein zusätzliches Praktikum bei Osram. Inzwischen ist auch für sie der Ausbildungsvertrag zum Industriemechaniker in trockenen Tüchern.

Die teilnehmenden Firmen: Werner Weitner, Templer Naturstein, Schreinerei Biehler, Bauzentrum Meier, Braugasthof Trompete, Klinik Eichstätt, Metallbau Böhm, Sparkasse Eichstätt, Brandl Eitensheim, Osram, Gabler Bedachungen, Schmauser/Müller Metalltechnik, Hübner - Heizung/Badmanufaktur, Altenpflegeschule, BayWa, Finanzamt, Bundesagentur für Arbeit, Elektro Wenzel, Wüst/Weigand und SGD Kipfenberg.