Eichstätt: Ökologische Ergänzung
Haben intensive Vorarbeit zur Einführung der Biotonne geleistet: Kathrin Husterer und Manuel Laumeyer von der Abfallwirtschaft im Landratsamt. - Foto: Preis
Eichstätt

Die Einschränkung von Treibhausgasemissionen sind der Grund dafür, dass die Biotonne nun auch den Landkreis Eichstätt erreicht. Die Bundesregierung will bis spätestens 2020 die Emission dieser Gase um 40 Prozent gegenüber 1990 einschränken. Auch die Abfallwirtschaft kann dazu einen Beitrag leisten.

Dass Biomüll getrennt gesammelt wird, ist gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb hat der Kreistag im Oktober 2016 einen entsprechenden Grundsatzbeschluss getroffen, zum 1. Januar 2018 flächendeckend die Biotonne einzuführen. "Ziel ist eine getrennte Erfassung des Biomülls und dessen ökologisch hochwertige Verwertung. Der Landkreis Eichstätt setzt dies um, indem er Eigenkompostierung und Grüngutannahmestellen um die Biotonne ergänzt. Die Biotonne sowie deren Erstlieferung sind kostenlos und haben keine Auswirkung auf die Müllgebühr", betont Manuel Laumeyer, Mitarbeiter in der Abfallwirtschaft im Landratsamt.

Erste Informationen hat jeder Bürger bereits im Rahmen eines Anschreibens erhalten: Darin enthalten sind alle relevanten Infos wie Tonnengröße, Leerungsrhythmus, Verteilung und Erklärung zur Eigenkompostierung wie auch ein entsprechender Rückmeldebogen für Änderungswünsche. Bürger der Stadt Eichstätt, die bereits eine Biotonne nutzen, bekommen im Dezember 2017 noch eine gesonderte Information. Die Nutzung der Biotonne in der Stadt Eichstätt läuft bis Jahresende wie gewohnt weiter.

Warum also eine eigene Biotonne? "Leider landen organische Abfälle, vor allem Küchenabfälle, bisher häufig im Restmüll, wo diese allerdings nicht hingehören. Über die Biotonne werden diese organischen Abfälle durch Kompostierung beziehungsweise Vergärung zu Energie sowie hochwertigem Kompost verarbeitet. So werden sie in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt", erläutert Kathrin Husterer, Fachbereichsleiterin der Abfallwirtschaft im Landratsamt. Untersuchungen des Bundesumweltministeriums der letzten Jahre hätten gezeigt, dass eine optimierte Bioabfallverwertung noch zusätzliche Beiträge zum Klima- und Ressourcenschutz leisten kann.

Die Grünguterfassung an den kommunalen Wertstoffhöfen beziehungsweise Annahmestellen laufe bereits sehr gut, nun sollen auch die restlichen organischen Abfälle gezielt verarbeitet werden. "So werden sie in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt und müssen nicht mehr wie bisher als Restmüll in der Müllverwertungsanlage Ingolstadt verbrannt werden", so Mitarbeiter Manuel Laumeyer.

Die Biotonne stelle also eine sinnvolle Ergänzung zur Eigenkompostierung dar, weil sie nun für den Kompost ungeeignete Bioabfälle (Fisch-, Fleisch-, Wurst- und Knochenreste, Schalen von Zitrusfrüchten, Unkräuter, kranke Pflanzenabfälle) aufnimmt und damit die Qualität des eigenen Kompostes im Garten verbessert und Ungeziefer fernhält. "Unser Bioabfallkonzept ist auf den Säulen Eigenkompostierung, Grüngutannahme und Biotonne aufgebaut. Die getrennte Erfassung ermöglicht der Abfallwirtschaft eine ökologisch hochwertige und wirtschaftliche Verwertung des Bioabfalls zu Dünger und Biogas", so die Abfallexperten. Sie setzen auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger in diesem Anliegen und betonen ausdrücklich, dass die Eigenkompostierung im heimischen Garten beibehalten werden solle, wie für trockenes Grüngut.

Was künftig in die Biotonne darf und was nicht, darüber informiert die Homepage der Abfallwirtschaft unter www.landkreis-eichstaett.de/biotonne. Für Rückfragen hat das Landratsamt darüber hinaus eine kostenfreie Telefonnummer geschaltet: (0800) 322 05 66.