Eichstätt: Hauptgewinner ist die Jugend
 
Eichstätt
Ein „Promi-Schafkopfen“ sollte es eigentlich gar nicht sein, hatte der Veranstalter, der alles ehrenamtlich organisiert hatte, noch betont. Auch die Jugendleiter der Vereine, seine Freunde und Schafkopfrunden seien ihm genauso willkommen. Deshalb wurde auch kein Promi ausdrücklich begrüßt. Die Liste wäre auch zu lang gewesen. Egal ob aus Politik (MdB Reinhard Brandl, MdL Eva Gottstein, Stadt- und Kreisräte), ob aus dem Vereinsleben (offenbar sämtliche Vereinsvorstände), ob aus dem Domkapitel (Klaus Schimmöller, Johann Limbacher, Franz Mattes) oder aus der Finanz- und Geschäftswelt (Sparkassendirektor Emmeran Hollweck und die Brauereichefs Hans Gutmann und Stephan Emslander vorneweg): Wirklich „tout“ Eichstätt schien vertreten zu sein.

„Mir san die High Society, die oberen Zehntausend“, wurde da gescherzt – was bei knapp 14 000 Einwohnern freilich nicht ganz so schwierig scheint. . . Namen, Titel und Funktionen aus dem echten Leben zählten für diesen einen langen Abend bald eh nicht mehr: Beim Schafkopfen ist traditionell jeder mit jedem per „Du“.

Stich auf Stich klopften die 216 Teilnehmer ihre zwei Mal 40 Spiele auf die Tische – es war erstaunlich ruhig in beiden Sälen, volle Konzentration! Dennoch blieb Zeit für den einen oder anderen Scherz am Rande – auch zur Aufmunterung der hier nicht namentlich genannten hohen Geistlichkeit, die ein angesagtes Solo mit drei Laufenden verzockt: „Gell Hochwürden, jetzt müsst’ ma fluchen dürfen. . .“

Glück gehört schon auch dazu. Und so mancher katapultierte sich mit ein, zwei guten Soli oder wie DJK-Vereinswirt Uwe Holzschuh gar einem erfolgreichen „Tout“, sprich „Du“, das nur unter Aufsicht der Turnierleitung gespielt werden durfte, auf der Siegerliste in die Top Ten. Ganz vorne landete mit 114 Pluspunkten dann schließlich Edmund Hierl, Zweiter wurde Franz Lux mit 111 „Guten“ vor Johann Schneider mit 96 Pluspunkten. Sie durften sich ihre Preise zuerst aussuchen.

Ein Gewinner war zudem das Schafkopfen an sich. Adalbert Lina wollte ja auch das bayerische Kulturgut in Eichstätt stärken und beleben – das dürfte ihm mit dieser Aktion wirklich gelungen sein.

Und Hauptgewinner waren dann eh 52 Eichstätter Jugendgruppen, für die 8000 Euro zusammenkamen.