Eichstätt: Wer sein Auto liebt . . .
 
Eichstätt
Mit gluckernden Motoren rollen die Autos den Mondscheinweg hinauf. In einem weiten Bogen bugsieren die Fahrer ihre riesigen Ami-Schlitten in die Parklücken. Blitzender Chrom, Weißwandreifen und auch ein „Kennedy for President“-Aufkleber: Für die Eichstätter sind vor allem die Fünfziger und Sechziger Jahre beinahe zum Greifen nahe.

Seit 2008 organisiert Markus Zintl das Treffen für Freunde von US-Cars aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Gut 200 Fahrzeuge kommen dabei jedes Jahr in die Stadt, vom mintgrünen Cadillac über einen feuerroten Chevrolet Impala bis hin zum marineblauen Ford Mustang. 
 

Fotostrecke: Hot Rod Invasion 2012

 
Aber nicht nur die Autos stammen aus einer anderen Zeit. Damit die Atmosphäre stimmt, hat Zintl auch die passende Musik organisiert. „Die Smallframes machen Coverrock aus den Sechziger bis Achtziger Jahren“, sagt der Organisator. „Und Tom and Red Cats decken die Vierziger bis Sechziger Jahre ab.“ Selbst das Essen stimmt: „Es gibt Burger, Pommes, Hot Dogs und Donuts.“ Sogar der kleine Hund, der zwischen Tischen und Bänken herumstreunt, heißt Elvis.

Hinter den betagten Ami-Schlitten steckt dabei meist ein riesen Stück Arbeit. Ulrich Faller aus Ingolstadt beispielsweise hat sein 58er Cadillac Coupe de Ville zwar für günstige 11 000 Euro gekauft. „Aber das war eigentlich eine Barrake“, erklärt er. „Ich hab’ nochmals genauso viel Geld hineingesteckt. Zwei Jahre haben meine Frau und ich daran gearbeitet.“ Aus der Autoruine ist inzwischen ein rosafarbener Traum geworden.

Stefan Nitsch aus Ingolstadt hatte dagegen Glück: Er war vor fünf Jahren in den USA auf einen 66er Ford Mustang gestoßen – Originalzustand, in der Hand des Erstbesitzers. „Der Mann hatte Tränen in den Augen, als er mir das Auto verkauft hat“, erinnert sich Nitsch. Der marineblaue Sportwagen ist für den Oldtimer-Fan „der schönste Mustang“, auch wenn er sich so kaum Freunde mache. „Viele sagen, der 67er ist der beste.“

Selbst wenn die Hot Rod Fans nicht immer den gleichen Geschmack haben, eines haben sie gemeinsam: Liegen geblieben sind sie alle schon einmal – denn wer sein Auto liebt, der schiebt.