Mittwoch, 23.05.2012 |

 

03.02.2012 18:31 Uhr | 131x gelesen
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Gelungenes Debüt


Bild: Gelungenes Debüt. Eichstätt Eichstätt (EK) Mit fünf gänzlich unterschiedlichen, aber doch wieder eine Einheit bildenden Stücken gelang Uwe Sochaczewsky mit dem Sinfonieorchester der Universität ein eindrucksvolles Debüt.

Eichstätt (EK) Mit fünf gänzlich unterschiedlichen, aber doch wieder eine Einheit bildenden Stücken gelang Uwe Sochaczewsky mit dem Sinfonieorchester der Universität ein eindrucksvolles Debüt.


Eichstätt: Gelungenes Debüt
Uwe Sochaczewsky dirigierte zum ersten Mal das Orchester der Universität. Mit einer gelungenen Musikauswahl präsentierte er das Ensemble dem Publikum - Foto: smo
Es war – im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern – nicht die Zwölf-Ton-Musik, die Sochaczewsky in den Mittelpunkt seines ersten Konzerts in der relativ gut gefüllten Universitäts-Aula gestellt hatte, sondern ein Werk der Klassik: Beethovens erste Sinfonie.

Mit diesem aussagekräftigen, aber zugleich höchst anspruchsvollen musikalischen Argument setzte Sochaczewsky, der erst zum Wintersemester das Uni-Orchester übernommen hatte, auch ein namentliches Zeichen: Das Orchester firmiert nun unter dem Label „Sinfonieorchester“ – und kann sich diesen Namen sicher zurecht auf die Fahnen schreiben.

Klar durchdirigiert und sicher spielte sich das Orchester, das in relativ großer Besetzung auftrat, durch die vier Sätze. Die Auflösung, in welcher Tonart Beethovensche Sinfonie steht, arbeitete Uwe Sochaczewsky sehr genau heraus. Der aus Berlin stammende studierte Schulmusiker und neue KU-Mitarbeiter im Bereich Musiktheorie wusste Stärken und Schwächen des Orchesters mit viel Blickkontakt und deutlichen Zeichen gegeneinander auszuspielen, sodass sich am Ende ein eindrucksvoller Klangkörper aufbaute.

Für den zweiten Teil des Abends, den ein recht bunt gemischtes Publikum aus Studenten, Eichstättern, Professoren und Dozenten der KU verfolgte, hatte sich das Orchester einen der bedeutendsten Opernkomponisten des Belcanto, Gioachino Rossini, vorgenommen. Die Musiker wählten die Ouvertüre aus der Oper „Die Italienerin in Argentinien“ – es ist die Oper, 1813 uraufgeführt, mit der Rossini internationale Berühmtheit erlangte. Hier zeigten vor allem die Streicher durch saubere und feine Intonation, was die intensive Probenarbeit und das Engagement des Orchesterleiters auf die Bühne zaubern kann.

Nach der Ouvertüre verließen die Musiker Italien und widmeten sich Argentinien – dem Tango, allerdings nicht dem Tango Argentino, sondern dem Tango Nuevo und seinem Begründer, Astor Piazolla. Der vor 20 Jahren verstorbene Komponist weiß in seinen Musikstücken die Rhythmen Lateinamerikas ansprechend und fetzig umzusetzen.

Arrangiert hat Piazolla für sein eigenes Ensemble, die am Mittwochabend gespielten Stücke hatten Uwe Sochaczewsky und Andreas Meier für die Größe des Orchesters umgeschrieben. Mit Libertango und Soledad sowie den Tango „Milonga de la Anunciación“, entnommen aus der Oper „María de Buenos Aires“ entführten die Musiker in die ganz eigene Welt des Tango Nuevo und verwandelten die Uni-Aula fast in einen kleinen Tanz-Saal – hätte man die Bestuhlung herausnehmen können.

Mit Sochaczewsky ist der Uni ein Glücksgriff für die Besetzung des Orchesterleiters gelungen, zudem darf sich die Uni glücklich schätzen, ein solches Orchester unter ihrem Dach zu beherbergen und zu unterstützen. Ein hervorragender Botschafter des kulturellen Engagements, das man den Eichstättern anbietet.

 


Von Marco Schneider

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