Eichstätt: Die Initiatoren des Eichstätter Filmfests , das am Donnerstagabend begonnen hat: Daniela Märkl und Bruno Fritzsche.
Die Initiatoren des Eichstätter Filmfests, das am Donnerstagabend begonnen hat: Daniela Märkl und Bruno Fritzsche.
Mayer
Eichstätt

Nach einem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr ist das "EiFi", so der Kurzname, heuer auf vier Tage erweitert worden. Dadurch konnte sich das Festival auch bunter und breiter, also internationaler, aufstellen, wie Moderator Michael Graßl am Donnerstag im kleinen Kinosaal im Alten Stadttheater in Eichstätt sagte. So sind Produktionen aus Deutschland unter den gezeigten Filmen, aber auch welche aus dem Iran, Frankreich, Israel, Rumänien, Schweiz und Italien. Temporeiche Komödien und traurige Filme wechseln sich ab, wobei sich die Streifen thematisch sehr oft mit sozialen Themen befassen; auch die Flüchtlingsproblematik wird ins Blickfeld gerückt.

Animations-, Kurz- und Langfilme stehen auf dem Programm, genauso bewegende Dokumentationen. Ganz neu sind auch Vorträge, wie am Samstagnachmittag eine Lesung und Diskussionsrunde mit Joana Osman (Beginn: 14 Uhr). Osman ist Mitbegründerin der israelisch-palästinensisch-iranischen Friedensbewegung "The Peace Factory"; sie setzt sich für den Dialog zwischen Menschen aus Konfliktregionen ein. Nicht minder interessant dürfte im Anschluss die Vorstellung des Bildbandes und die Diskussionsrunde mit Autor Lars Hering sein. Zehn Wochen lang hat der Dokumentarfilmproduzent 2013 im sächsischen Hoyerswerda gelebt und sich mit rasiertem Kopf und inkognito in die rechte Szene eingeschlichen. Dabei hat er seine Erfahrungen fotografisch dokumentiert.

Die beiden Initiatoren des Festivals, Daniela Märkl und Bruno Fritzsche, äußerten sich zu Beginn erwartungsfroh und zuversichtlich, dass auch in diesem Jahr das Filmfest einen hohen Zuspruch erhält und durch die Vielfalt der Filme das Publikum angelockt wird. Dabei setzen sie nicht nur auf Studenten, sondern auch auf das Eichstätter Publikum. Ausgewählt wurden die Filme nach subjektivem Empfinden von einem Gremium, das zunächst über eine webbasierte Internetplattform eine Vielzahl von Filmen sichtet, um dann die Kollektion für das Filmfest festzulegen.

"Mit dem Eichstätter Filmfest wollen wir es allen Menschen ermöglichen, ins Kino zu gehen", meint Bruno Fritzsche auf die Frage, was das Besondere am Eichstätter Filmfest ist. Deshalb wird auch kein Eintritt erhoben. Und für die Veranstalter fallen keine aufwendigen Leihgebühren an. Am Eingang ist lediglich eine kleine Spendenbox aufgebaut. Sponsoren wie etwa die WillibaldSchmidt-Stiftung Beilngries unterstützen die Veranstaltung. Daneben ist natürlich Ralph Feigl, der das Filmstudio im Alten Stadttheater betreibt, ein wichtiger Partner. Auch der Studentische Konvent der Katholischen Universität greift über sein Budget dem Filmfest unter die Arme, weil es eine "wertvolle Bereicherung" von studentischem Engagement darstellt und daher "unsere Unterstützung absolut verdient hat", wie in den Grußworten der Partner im eigens aufgelegten Filmfest-Magazin nachzulesen ist.

Dieses ist ebenfalls viel umfangreicher und aufwendiger geworden. Von Chefredakteurin Maria Lisa Schiavone herausgeben liegt es am Kinoeingang aus und dient allen Festivalbesuchern als Grundinformation.

Bis Sonntag dürfen sich die Besucher auf ein vielseitiges Programm. Höhepunkt ist an diesem Freitagabend die Preisverleihung der "Goldenen Altmühl" an die Gewinner in den Kategorien "Bester Kurzfilm" und "Bester Langfilm". Der Award ist aus Jurastein, der von einem Fluss aus Gold durchzogen ist. Angefertigt wurde das Preis in der Werkstätte der Goldschmiede Bergér in Zusammenarbeit mit dem Eichstätter Unternehmer Thomas Hirsch und stellt eine Hommage an das Altmühltal dar. Der Gewinner des Publikumspreises wird durch ein Zuschauervoting mit Hilfe der Eintrittskarten gewählt.