Eichstätt: Ein Baby stoppt die Talfahrt
Das erste Baby des neuen Jahres wurde gestern um 9.08 Uhr geboren: Die kleine Ashley mit ihrer Mama Diana Ullmann aus Pappenheim hatte die Säuglingsstation in der Klinik Eichstätt exklusiv für sich allein. Heuer gibt es keine „Babyparade“. - Foto: chl
Eichstätt
Seit Jahren wiederholten sich die Schlagzeilen: „Geburtenzahl so niedrig wie nie“, hatte der EICHSTÄTTER KURIER vor fünf Jahren zur Jahresstatistik getitelt und damals von „nur 402“ Kindern berichtet. Voriges Jahr hieß es dann „Geburtenzahl sinkt weiter: Erstmals unter 400“, 2010 waren in Eichstätt 391 Kinder zur Welt gekommen. Jetzt gibt es also wieder ein Baby mehr in der Gesamtstatistik. Umso verwunderlicher ist es, dass ausgerechnet jetzt die Säuglingsstation der Klinik Eichstätt in der ersten Januarwoche verwaist war: kein Neujahrsbaby und bis gestern 9.08 Uhr auch kein Baby für die obligatorische „EK-Babyparade“ auf der Entbindungsstation.

Dafür haben 115 der Neugeborenen des Jahres 2011 (inklusive der auswärts Geborenen) ihren Erstwohnsitz in Eichstätt. Das sind gleich 33 neugeborene Eichstätter (65 Buben und 50 Mädchen) mehr als 2010. Ob das auch eine Konsequenz aus dem neuen Baugebiet und der überraschend vielen Eheschließungen des vergangenen Jahres ist?

Der Leiter des Eichstätter Standesamtes, Josef Zinsmeister, kann über die Ursachen nur spekulieren. Fakt ist aber, dass sich 2011 in Eichstätt 111 Paare das Ja-Wort gaben. Mit der Übernahme des Wellheimer Standesamtes allein kann das nichts zu tun haben: „In Wellheim hatten wir neun Trauungen zu beurkunden“, sagt Zinsmeister. Bleiben also noch 102 Hochzeiten für Eichstätt selbst, das sind 22 Eheschließungen mehr als im Vorjahr.

Die meisten Eheschließungen, nämlich 16, gab es im Juni, die wenigsten, nämlich nur zwei, im Februar. Der November hat mit zehn Eheschließungen stark aufgeholt. Das liegt vor allem am Hochzeitsdatum 11.11.11. „Zuerst hatten wir dazu gar keine Anmeldung, dann kamen kurzfristig doch noch vier Paare allein an diesem Tag“, sagt Zinsmeister.

Heuer gibt es mit dem 12.12.12. letztmals einen derartigen Schnapszahl-Hochzeitstermin: „Schauen wir mal, was da kommt“, meint Zinsmeister. Eichstätt ist als Hochzeitsstadt nach wie vor sehr beliebt. 43 Paare kamen von auswärts nur zum Heiraten nach Eichstätt. „Auch unser Samstagsangebot hat sich sehr bewährt“, erzählt Zinsmeister. Einmal im Monat wird ein Samstag als Hochzeitstag angeboten, wer sich zuerst anmeldet, kann den Tag bestimmen. Voriges Jahr nutzten das Angebot 42 Paare, davon 21 auswärtige.

2012 übernimmt das Standesamt Eichstätt nach Wellheim bekanntlich auch die Ämter Nassenfels und Mörnsheim. Dann wird die Gesamtzahl der Eheschließungen wohl noch mehr steigen, mutmaßt Zinsmeister. Wobei sich für die Bürger der Gemeinden selbst wenig ändert: „Die Trauung nimmt wie bisher der Bürgermeister vor Ort vor“, ins Amt nach Eichstätt müssten die Brautpaare nur für das Aufgebot.

Das Standesamt beurkundet nicht nur Geburt und Eheschließungen, sondern auch den Tod. Die Zahl der Sterbefälle ist 2011 im Vergleich zum Jahr davor deutlich gestiegen: Von 252 auf 271 – das ist ebenfalls gegen den Trend. Denn in den Vorjahren war die Zahl der Sterbefälle immer mit etwa 250 bis 255 konstant geblieben. Ihren Wohnsitz in Eichstätt hatten 162 der Verstorbenen. Am wenigsten Sterbefälle gab es 2011 im Juli (16), am meisten im August (31).