Eichstätt: Die Akte Jesus
Gespräch mit Jesus in der Pause, während sich das Gericht zur Beratung darüber zurückzieht, wer an seinem Tod die Schuld zu tragen hat - Foto: Barbara Staudigl
Eichstätt
Dabei passt das Stück nach Eichstätt wie die „Faust aufs Auge“.

In wenigen bayerischen Orten, vielleicht abgesehen von Oberammergau und Altötting, ist die Frage nach dem Hintergrund des katholischen Glaubens so präsent: eine Katholische Universität, eine Theologische Fakultät, ein Priesterseminar, ein Bischofssitz und eine mehrheitlich tief im Glauben verwurzelte Bevölkerung.

Da trifft die Frage „wer ist schuld am Tod Jesu“ keine Unvorbereiteten. Die Auseinandersetzung mit dieser heiklen Problematik gestaltet die Theatertruppe professionell fundiert und spannend. Ein Krimi, ein Gerichtsdrama, in dem man sich nicht scheut, Evangelisten in den Zeugenstand zu rufen, verunsichert das Publikum.

Gegen wen richtet sich die Anklage? Gegen Juden, gegen Pontius Pilatus, gegen die Römer? Kann ein Verfahren nach 2000 Jahren wieder aufgenommen werden? „Das geht nicht“, sagt der Richter, „das geht in einem Theaterstück“, sagt Katalin Fischer, die für die Vorlage und die Regie verantwortlich zeichnet. Hochspannung bis zum Schluss und ein spektakuläres Kreuzigungsszenarium am Ende garantieren einen äußerst sehenswerten Theaterabend, der große Diskussionen auslösen wird, die von den Schauspielern ausdrücklich gewünscht sind.

Heute und morgen um 20 Uhr im Alten Stadttheater.