Eichstätt: "Da kann die Stadt wirklich stolz sein"
Die drei Hofgartenpavillons zeigen sich nach aufwendiger Renovierung jetzt wieder in ihrer ganzen barocken Pracht - Fotos: chl
Eichstätt
Stadtbaumeister Manfred Janner betont im Vorfeld der Feier: „Da kann die Stadt wirklich stolz sein.“ Die Restaurierung war sehr aufwendig, „es sollte die ursprüngliche Fassung wiederhergestellt werden.“ Inklusive der glasierten Dachziegel – allesamt Sonderanfertigungen. Die Arbeiten gelten allgemein als äußerst gelungen. Und das sollten sie auch sein, denn insgesamt haben die Arbeiten an den Pavillons 1,4 Millionen Euro gekostet, wovon die Stadt selber aber „nur“ 425 000 Euro aufbringen musste. Vom Entschädigungsfond des Wissenschaftsministeriums kam der Löwenanteil von 810 000 Euro, die Bayerische Landesstiftung steuerte 85 000 Euro bei, der Bezirk beteiligte sich mit 45 000 Euro und der Landkreis mit 15 000 Euro. Allein die hohe Summe der Zuschüsse zeige schon die denkmalpflegerische Bedeutung der Hofgartenpavillons, bemerkt Janner.

Und diese Bedeutung betont auch die Stadtheimatpflegerin und Kunsthistorikerin Dr. Claudia Grund. Sie erzählt: „Der zur Sommerresidenz gehörige barocke Eichstätter Hofgarten entstand ab 1736. Als architektonisches Echo zu dem von ihm konzipierten Sommerschloss ließ Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli an seinem Südende drei entzückende Pavillons entstehen, von denen sich die beiden äußeren mit ihren Bogenstellungen und Mansardwalmdächern fast unverändert erhalten haben.“ Der mittlere Pavillon wurde durch seinen Nachfolger, Maurizio Pedetti, ab 1779 zu einem Belvedere mit zentraler Fontäne verändert.

Sanierungsarbeiten hielten sich seitdem in engen Grenzen: 1817 wurden die Pavillons einmal vom Herzog von Leuchtenberg, Eugen Beauharnais, instand gesetzt. Vor 1869 finden sich in den Chroniken des Stadtbauamts dann nur geringe Bauunterhaltsarbeiten, dafür aber beginnende Dachschäden. 1871 kaufte die Stadt den Hofgarten samt Pavillons, 1873 mussten offenbar erhebliche Dachschäden ausgebessert werden. Seither ist in den Annalen immer wieder von schadhaften Stellen die Rede. 1889 wurden Wasserleitungen und Brunnenbecken instand gesetzt, 1902 gab es ein neues Torgitter für den Eingang, und dann geschah, wie ein Blick in die Chronik des Stadtbauamtes zeigt, gut 100 Jahre gar nichts mehr: Die Pavillons kamen in die Jahre, wurden stetig schmuddeliger, von Wildbieslern missbraucht und von Randalierern heimgesucht. Bis 2003 die ersten Vorstudien für eine grundlegende Sanierung starteten, 2007 die Fördergespräche unter Dach und Fach kamen und 2008 die Instandsetzung mit dem Mittelpavillon begann.

Claudia Grund freut sich nun über die Wiederauferstehung der barocken Pracht: „Nicht nur die historische Farbigkeit wurde rekonstruiert, wiederhergestellt wurden auch schöne verloren gegangene Details, wie die Tulpengehänge seitlich der bekrönenden Vase.“

Ihr größter Wunsch ist es, dass mit den Pavillons „künftig pfleglicher umgegangen wird, dass ihre Schönheit und Besonderheit geschätzt wird. Und vielleicht könnten sie ja wieder ein fester Bestandteil des Eichstätter Kulturlebens werden, etwa durch Wiederbelebungen der früher so beliebten Opernaufführungen, der ,Hofgartenspiele' oder manch gelungener Theaterspiele von Seiten der Studenten.“