Eichstätt: Aus Liebe zum Bewegtbild
Die international preisgekrönte Komödie "Die Badewanne" ist einer der Kurzfilme, die auf dem Filmfest Eichstätt zu sehen sein werden (oben) . Daniela Märkl und Bruno Fritzsche (unten) wollen das Festival als festen kulturellen Termin in der Domstadt etablieren. - Fotos: Filmfest Eichstätt
Eichstätt

Ein altmodisches Badezimmer und drei erwachsene Brüder, die versuchen, sich zusammen in die Badewanne zu quetschen: Das ist die Handlung des Kurzfilms mit dem passenden Titel "Die Badewanne", in dem es um die Idee geht, zum Geburtstag der Mutter ein Foto aus Kindertagen nachzustellen. Der humorvolle Einfall enthüllt bald die geschwisterlichen Reibereien, die eigentlich nicht viel anders sind als zu Kindertagen.

Die amüsanten fünf Minuten sind international preisgekrönt. Daniela Märkl und Bruno Fritzsche freuen sich, dass sie "Die Badewanne" nun auch in Eichstätt zeigen können. Aus über 300 Einreichungen haben sie die kurze Komödie ausgewählt - genau wie neun weitere Kurzfilme, zwei Spielfilme und zwei Dokumentarfilme. "Für uns war von Anfang an klar, dass wir kein Überthema haben wollen", sagt Fritzsche. Deswegen enthält das Programm jetzt unter anderem ein Drogen-Drama, ein DDR-Roadmovie, eine Doku über Jugendbanden in Frankfurt, einen Animationsfilm und eine Liebesgeschichte zwischen einer Lehrerin und ihrer Schülerin. Die Filme kommen aus Deutschland, der Türkei, Großbritannien und Österreich. "Für Jung und Alt" und "für jedes Interessengebiet" sollte da etwas dabei sein, meint Daniela Märkl.

Die 26-Jährige arbeitet freiberuflich in der PR und lebt in Eichstätt. Das Journalistikstudium hat die Augsburgerin einst hergeführt. Die Idee, in Eichstätt ein Filmfestival aufzuziehen, hat sie zusammen mit Fritzsche erarbeitet. Der 29-Jährige aus Stuttgart hat selbst eine Produktionsfirma und ist mit seinen Dokus öfter auf Filmfesten. Die schöne Atmosphäre dort gefällt ihm. Märkl lobt, dass in Eichstätt ohnehin kulturell viel los sei. Da habe sie sich gedacht: "Warum wollen wir nicht selbst einen Beitrag dazu leisten"

Das Ziel der beiden Initiatoren ist ein Filmfest von und für Eichstätt - Journalistikstudenten der Katholischen Uni sind bei der Organisation und dem Magazin zum Festival eingebunden. Gezeigt werden die Filme im Filmstudio im Alten Stadttheater. Der Eintritt zu den beiden Kurzfilmnachmittagen und den Filmabenden mit Gesprächsrunden mit den Regisseuren ist kostenlos. Das Projekt machen die 26-Jährige und der 29-Jährige nicht, um Geld zu verdienen, sondern "aus Liebe zum Film", wie sie sagen.

Die Idee kommt bei den Eichstättern gut an. 89 Plätze gibt es pro Vorstellung. Der Großteil davon ist schon reserviert. Wer noch eine Karte für einen der Filmfest-Termine (siehe Kasten oben) haben möchte, kann sie sich im Internet unter www.filmfest-eichstaett.de kostenfrei anfordern und selbst ausdrucken. Zur Eröffnungsfeier in der Kleinen Cafébar in der Luitpoldstraße am 13. Oktober um 22 Uhr sind alle Filmfans eingeladen.