Eichstätt: OB: Genau überlegen, wo und wie vernünftig investiert wird
Foto: Eva Chloupek
Eichstätt

Die Ankündigung vom massiven Stellenabbau bei Ledvance war Montagabend noch nicht zu allen durchgedrungen.

Steppberger verwies auf das "endlich erreichte Ziel", einen Hotelinvestor für Eichstätt gefunden zu haben. Eine wichtige Säule für den Tourismus in der Stadt. Bekanntlich läuft jetzt der Neubau des Hotels in der Spitalstadt, zuvor war jahrelang der Spruch "Wir sind so weit wie nie" ein Running Gag der Bürgerversammlungen. Der OB nannte weiter die "sinnvolle und notwendige Weiterentwicklung der Berufsschule, verwies auf die Bau- und Gewerbegebietsentwicklung. Gewerbegebiete werden bekanntlich auf der Lüften-West und gemeinsam mit der Nachbargemeinde Pollenfeld erschlossen: "Die ersten Anfragen sind schon da", sagte der OB, die Nachfrage nach Gewerbeflächen sei gut, die Bauleitplanung dafür ist nun abgeschlossen. Im Wohnbau "haben wir momentan keine Flächen mehr", deshalb will die Stadt 2018 den Bebauungsplan Blumenberg-Ost vorantreiben; hier sollen dann etwa "70 Bauparzellen aufwärts" zur Verfügung gestellt werden. Und auch mit dem sozialen Wohnungsbau geht es jetzt konkret voran: Anfang 2018 soll die Ausschreibung für den Neubau von Sozialwohnungen über die GEWO in der Eichendorffstraße beginnen. Insgesamt sind hier zwei Baukörper mit je etwa 30 Wohnungen vorgesehen, der Architektenwettbewerb dazu ist abgeschlossen.

Und doch ist nicht alles eitel Sonnenschein, wie der Haushaltsüberblick des OB zeigte: Zwar wird sich der Schuldenstand im laufenden Jahr dank der guten Gesamtliquidität und dank einiger Verzögerungen bei der Abwicklung geplanter Bauausgaben von rund 8,8 Millionen auf rund 8,2 Millionen Euro zum Jahresende verringern, die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 655 Euro um 8,4 Prozent unter dem Landesdurchschnitt (715 Euro). Allerdings liegt die Steuerkraft der Stadt mit rund 958 Euro um satte 27 Prozent unter dem Landesschnitt (1319 Euro). "Das verdeutlicht, dass die Stadt mit ihren Mitteln äußerst sparsam umgehen muss. Wir müssen genau überlegen, wo und wie wir vernünftig investieren", betonte Steppberger.

Der OB brach eine Lanze für das oft kritisierte Stadtbauamt, das mit einer relativ kleinen Mannschaft ein enorm großes Aufgabengebiet zu bearbeiten habe, und nannte nur einige Beispiele auch an kommenden Aufgaben, mit denen er schon zügig auf eine Investitionssumme in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe kam. Steppberger kündigte an, dass noch in diesem Winter der marode Herzogsteg abgerissen wird - das Provisorium daneben soll dann halten, bis ein Neubau steht. Bekanntlich gibt es dazu einen Wettbewerb. Auch auf der Brachfläche in der Antonistraße soll es nach vielen Diskussionen nun 2018 weitergehen: Hier plant die Stadt bekanntlich eine Tiefgarage mit zum Teil öffentlichen Stellflächen und eine Erweiterung des Friedhofs. Als weitere wichtige Aufgabe nannte Steppberger den schrittweisen Ausbau barrierefreier Wege in der Stadt.

Steppberger verwies weiter auf das große Aufgabenfeld und die rege Bautätigkeit der Stadtwerke. Hier ging er zudem auf die Elektromobilität ein, die in Eichstätt stetig ausgebaut wird. Und auch Windkraft bleibe ein Thema für die Stadt: Da die Pläne für eigene Windkraftanlagen durch die 10-H-Regelung vereitelt worden sind, haben sich die Stadtwerke heuer am Windpark Stadelhofen-Titting beteiligt. Weitere Beteiligungen seien erwünscht, sagte der OB.

Steppberger verwies weiter auf Erfolge bei der Wirtschaftsförderung: Die Immobilienbörse sei mittlerweile gut etabliert, insgesamt 22 Geschäftsflächen seien in den vergangenen zwei Jahren dank dieser Initiative neu belegt worden. Auch das "Leergut"-Projekt werde weitergeführt. Die Geschäftswelt werde außerdem durch das neue Online-Schaufenster, das derzeit installiert wird, gestärkt, und mit der Firma Hirsch Engineering habe Eichstätt nun sogar einen Gründerpreisträger gefördert.´Nach der einstündigen Rede des Oberbürgermeisters hatten die Bürgerinnen und Bürger das Wort - und sie machten regen Gebrauch davon. (Weiterer Bericht folgt.)