Eichstätt: Euphorie, Ärger und ein Knick im Ohr
Foto: Johannes Traub
Eichstätt

Es gibt Fußballspiele, in denen die knapp 45-minütige, liebevolle Pflege eines Mops durchaus unterhaltsamer ist als das Geschehen auf dem Platz. Das Auftaktspiel in der Fußball-Regionalliga für den VfB Eichstätt war dagegen das pure Gegenteil: ein tolles Spiel, eine fantastische Atmosphäre im Stadion - und eine Organisation, die nahezu alles im Griff hatte.

Nur das Ergebnis passte nicht zu dem positiven Gesamteindruck: 2:2, und das auch noch unverdient. Dennoch machte der VfB Eichstätt Werbung für sich selbst. Die Truppe um Trainer Markus Mattes demonstrierte eindrucksvoll, dass sie auch in der Zukunft in der Lage ist, hochklassige Spiele im Liqui-Moly-Stadion zu zeigen (siehe auch Artikel im Lokalsport).

Fotostrecke: VfB Eichstätt - FC Unterföhring 2:2

Schwankte die Stimmung nach dem Spiel ein wenig zwischen Ärger über die verpassten Punkte und Zuversicht bezüglich der künftigen Partien, war sie vor der Partie aufgekratzt euphorisch. Das Wetter passte, selbst die dunklen Wolken über Eichstätt konnten die Vorfreude auf die Partie gegen den FC Unterföhring nicht trüben. "Wir gewinnen 2:1, und der Fabian Eberle macht beide Tore", strahlte Peter Chloupek. Die Eichstätter Torwart-Legende, emotionalen Ausbrüchen gemeinhin eher abgeneigt, war sichtlich aufgekratzt.

Thomas Hein dagegen schien die Ruhe selbst. "Es wird Zeit, dass es losgeht", sagte der Vorsitzende des VfB: "Wir schnaufen jetzt einfach mal durch." Alle Auflagen des Verbands, der Polizei und der Feuerwehr hatte die Truppe um Hein in Windeseile in den vergangenen Wochen erfüllt, es war eine Mammutaufgabe. Umso mehr freuten sich die Eichstätter, dass Rainer Koch, der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands und Vizepräsident des Deutschen Fußballbunds, den Verantwortlichen Respekt zollte: "Ich freue mich, dass ihr das so gut hinbekommen habt." Interessant auch, dass der VfB mit dem Aufstieg den Kreis der Fußball-Interessierten weiter ausdehnen konnte. "Wir hatten heute nicht nur Zuschauer aus Eichstätt, sondern aus einem Umkreis von 30 bis 40 Kilometern. Das ist beachtlich", freute sich Hein ob der sehr ordentlichen Zahl von 1250 Zuschauern. Plus der einen, die dann halt doch lieber ihren Mops pflegte.