Eichstätt: Bundesverdienstorden für Johann Beck
Auszeichnung in München: Johann Beck nahm von Umweltministerin Ulrike Scharf das Verdienstkreuz am Bande entgegen. Auch OB Andreas Steppberger und Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel gratulierten. - Foto: Umweltministerium
Eichstätt

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf überreichte Johann Beck die Ehrung im Auftrag des Bundespräsidenten. In ihrer Laudatio verwies sie auf Becks langjährige Tätigkeit im Vorstand des Bunds Naturschutz, seit 1987 als Vorsitzender. "Er ist immer zur Stelle, wenn sein Wissen und sein Können gefragt sind", würdigte die Ministerin.

Unter Becks Federführung sei das Konzept für den "Feuchtigkeitslehrpfad Eichstätt-Pfünz" entstanden. Der sei "eine starke Initiative" für den verantwortungsvollen Umgang mit Feuchtbiotopen. Bedrohte Tierarten lägen Beck, der vor seinem Eintritt in den Ruhestand 2015 Lehrer am Willibald-Gymnasium in Eichstätt war, am Herzen, sagte die Ministerin. Auch mit der Kreisgruppe Eichstätt des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern arbeite Beck eng zusammen.

"Engagement für die Heimat" höre bei dem gebürtigen Eichstätter nicht bei der Natur auf: Seit sechs Jahren ist der 66-Jährige Zweiter Vorsitzender des Energiebündels im Landkreis Eichstätt. Er engagiere sich zudem "seit Jahrzehnten" bei verschiedenen Landschaftspflegemaßnahmen, etwa dem Mähen von Streuwiesen oder dem Entbuschen von Altmühlhängen. "Da legt er auch selbst Hand mit an", sagte Scharf.

Beck, der mit Familie und Weggefährten sowie dem Eichstätter Oberbürgermeister Andreas Steppberger nach München gekommen war, Bezeichnete im Gespräch mit unserer Zeitung die Ehrung als "schöne Überraschung". Sie sei aber zugleich "Ansporn" für seine weitere Arbeit, "wenngleich ich auch langsam an die Übergabe denke".

Im Rückblick habe man viel bewegen können, "einiges hat nicht geklappt". Im Artenschutz sei es vorangegangen. Das vor Jahrzehnten - zum Zeitpunkt seines Eintritts in den Bund Naturschutz - "katastrophale Szenario Waldsterben" habe zum Umdenken bewegt. Ähnlich sieht es Beck beim aktuell viel diskutierten Pflanzenschutzmittel Glyphosat. "Der gesundheitliche Aspekt ist für mich hier gar nicht so entscheidend", sagt er. Viel wichtiger wäre ein Umdenken in der Strukturfrage der Landwirtschaft. Die Agrarchemie werde sich in den nächsten Jahrzehnten stark verändern: "Wenn das Glyphosat fällt, fallen weitere Agrarchemikalien", ist Beck überzeugt.