Eichstätt: Bundespolitik hautnah
Nahm sich viel Zeit für ihre Gäste aus Eichstätt: Die Linken-Abgeordnete Eva Bulling-Schröter mit der Besuchergruppe aus dem Caritas-Kinderdorf Marienstein. - Foto: Solea
Eichstätt

Bulling-Schröter kandidiert bekanntlich im September nicht mehr für den Bundestag.

Schon seit vielen Jahren unterstützt die Linken-Politikerin das Kinderdorf-Projekt "Tagesthemen" - ein Arbeitskreis zu historischen, gesellschaftlichen und politischen Themen -, in dem sie das Gespräch mit den Jugendlichen sucht und ihnen zudem ein Politik-Liveerlebnis in Berlin ermöglicht.

"Politische Bildung ist unerlässlich, um die immer komplexer werdenden Zusammenhänge in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu verstehen. Wenn wir mündige, engagierte, konstruktiv-kritische Bürger wollen, dann müssen wir die jungen Menschen dazu befähigen und sie für politisches Denken und Handeln begeistern", beschreibt Sozialkundelehrer Erwin Frey die Zielsetzung des Projekts in Marienstein. Eineinhalb Jahre hatten sich die Jugendlichen in ihrer Freizeit auf die Fahrt vorbereitet und waren nun vier Tage in der Bundeshauptstadt. Sie kehrten begeistert zurück, zum einen von Berlin als historischem Ort der Neueren Deutschen Geschichte, beginnend mit dem Reichstag als Ort der Volksvertretung im Kaiserreich bis zum Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, zum anderen von Berlin als Sitz von Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundespräsident.

Auch wenn man wegen einer sitzungsfreien Woche keine Plenarsitzung erleben konnte, erkundeten die Besucher aus dem Kinderdorf das Reichstagsgebäude. Im Fraktionssaal der Linken gab Eva Bulling-Schröter ihren Gästen einen Einblick in ihre Arbeitswoche und stellte dabei auch ihre Themenschwerpunkte Umwelt, Klima, Energie und Tierschutz vor. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Sitzes des Bundesrats.

Neben der Vielzahl an politischen und historischen Informationen, den imposanten Eindrücken der Millionenstadt wird den Jugendlichen vor allem aber auch der emotionale Moment in Erinnerung bleiben, als sie am Breitscheidplatz der Opfer des Terroranschlags am Berliner Weihnachtsmarkt gedachten. "Hier zu stehen berührt ganz anders, als die Bilder im Fernsehen zu sehen": Das stellte einer der Jugendlichen fest. Er hat damit wohl auch die Zielsetzung des Kinderdorf-Sozialkundeprojekts "Politik erleben" getroffen.