Eichstätt: Brandschutz offenbar von Anfang an ein Problem
Der Partykeller war Freitagmittag überfüllt, als es um weitere Informationen zur Brandschutzsanierung in der Studentenwohnanlage am Freiwasser ging. Viele Bewohner brauchen ein Ausweichquartier. Die Baumaßnahmen beginnen bereits in drei Wochen. - Foto: Knopp
Eichstätt

Wie bereits berichtet, steht in der mit 274 Appartements größten Studentenwohnanlage der Stadt eine millionenschwere Brandschutzsanierung der Versorgungsschächte an. Dies geht nicht ohne Komplikationen ab, denn die Wohnungen müssen für etwa drei Wochen geräumt werden. Im ersten Schritt sind vom 8. Februar bis 26. März nacheinander 140 Appartements dran, die nächsten sollen im Sommer und im nächsten Jahr folgen.

Das Hauptproblem für zahlreiche Bewohner: Wo sollen sie während der Bauphase unterkommen? Dies hatte im Vorfeld zu harschen Kommentaren in sozialen Netzwerken geführt, die Bernd Müller von der Hausverwaltung gleich einmal zu der Aussage verleitete, "ich habe gemeint, ich bin im Krieg. Ich bin nicht bei Facebook, jetzt weiß ich auch, warum." Müller bezog sich dabei unter anderem auf Ankündigungen von Bewohnern, "mit harten Bandagen" kämpfen zu wollen.

Aus dem Kampf wurde im Partykeller aber rasch eine Art Streichelzoo, auch wenn zwischendurch erneut einige Vorwürfe von Mieterseite aufblitzten: So kritisierte mancher die Informationspolitik der Hausverwaltung, andere forderten konkrete Lösungen für die Umquartierung. Wie viele Härtefälle es gibt, die tatsächlich nicht wissen, wo sie unterkommen sollen, soll in den nächsten Wochen eruiert werden. "Ein paar wird €™s erwischen", meinte Philipp Neubauer vom Studentischen Konvent, der eine Wohnungstauschbörse im Internet ankündigte. Dort können dann Studenten freie Zimmer anbieten. Viele der Anwesenden haben aber offenbar schon eine Lösung für sich gefunden - einige pendeln, andere schlüpfen bei Freunden unter.

Bernd Müller betonte noch einmal die "Unumgänglichkeit" der Sanierung: Es handle sich um eine Auflage der Stadt "und dient Ihrer Sicherheit". In der Vergangenheit hat es mehrere Schmorbrände durch defekte Kabel gegeben. Ende Januar 2014 hatte beispielsweise eine 22-Jährige eine Rauchvergiftung erlitten, durch den Schacht war auch noch Rauch in den zwei darüber liegenden Wohnungen ausgetreten.

In Sachen Brandschutz muss bei der 1992 errichteten Studentenwohnanlage seit Anfang an einiges im Argen liegen. Dies ließ der betreuende Architekt Horst Winkler anklingen. Welches Ausmaß die Baumängel haben, lasse sich erst im Laufe der Sanierung genauer sagen.