Eichstätt: Alles – nur nicht Standard
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Eichstätt

Sein Faible fürs Hochalpine hat der 54-jährige Maschinenbautechniker spätestens seit seiner Bundeswehrzeit, die er bei den Gebirgsjägern in Mittenwald verbracht hat. Seitdem unternimmt Herbert Pfaller immer wieder außergewöhnliche Touren in den Alpen – abseits der ausgetrampelten Touristenpfade. Oder: „Weit ab von Mainstream, Dusche, Wlan und sonstigem Schnickschnack“, wie es der durchtrainierte Mittfünfziger ausdrückt.

Seit etwa zehn Jahren tüftelt Pfaller die Routen als „Fachübungsleiter Ski-Hochtouren“ für den Eichstätter Alpenverein aus. So ging es schon durch den Nationalpark Gran Paradiso im Aostatal und Piemont, durchs Hochtal Engadin im schweizerischen Kanton Graubünden oder von Oberstdorf nach Riva am Gardasee – alles auf Tourenski. Bei solchen Touren kommen etliche tausend Höhenmeter zusammen: „Da sollte man schon ein guter Sportler sein.“ Und schwindelfrei natürlich: An steilen Passagen kommen Eispickel und Steigeisen zum Einsatz, während die Skier auf den Rücken geschnallt werden.

Die Krönung war freilich bisher die Skibesteigung des 4810 Meter hohen Montblanc, die „Haute Route“, die Pfaller im Jahr 2013 zusammen mit seinen Alpenvereinskollegen Fritz Grabisch, Ralf Eiba und Hans-Jürgen Strobl absolviert hat: „Eine Tour, die jeder ambitionierte Skibergsteiger einmal im Leben gemacht haben sollte. Viel schwerer geht’s nicht mehr“, so Pfaller. Tiefschnee wechselt sich hier mit extrem steilem und eisigem Gelände ab. Oben auf dem schmalen Grat „geht es links und rechts höllische tausend Meter runter, glücklicherweise hatten wir schlechte Sicht“, scherzt Herbert Pfaller. Die Abfahrt mit den Skiern sei dann eine „harte Nummer“ gewesen: „Stürzen nicht erlaubt, sonst rutscht man ab.“ War die Montblanc-Tour zwar äußerst schwierig, aber fast doch ein wenig Mainstream, zieht es Pfaller nun wieder in unberührtere Gefilde: Der nächste Trip steht vom 25. März bis 1. April in die italienischen und französischen Seealpen an – „auf den Spuren des Alpinisten Matteo Campia“. Der besondere Reiz dieser Hochgebirgslandschaft, etwa eine Autostunde nördlich von Nizza gelegen, bestehe darin, dass die Seealpen im Gegensatz zu vielen anderen Gebirgsgruppen im Alpenbogen „von harten touristischen Erschließungen verschont geblieben sind“ und auch unter Naturschutz stehen. Laut Herbert Pfaller herrscht dort im Winter „tote Hose“. Pure Einsamkeit sei also garantiert, „da werden wir die ganze Woche niemanden treffen“. Die Tagesetappen sind zwischen acht und 33 Kilometer lang. Dabei gilt es, bis zu 2000 Höhenmeter am Tag zu bewältigen. Übernachtet wird in sogenannten Winterräumen in nicht bewirtschafteten Hütten, „die wir zuerst einmal freischaufeln müssen“. Strom und Wasser gibt es dort selbstverständlich nicht. Fürs Essen Warmmachen wird der mitgeführte Gaskocher hergenommen.

Vier Leute haben sich schon angemeldet für die Tour, zwei weitere könnte Pfaller noch mitnehmen. Nähere Informationen unter herbertpfaller@gmail.com.