Mayer, Edgar, Dollnstein
Dollnstein

700 Lauf- und Wanderfreunde aus nah und fern, unter anderem aus Köln, Speyer, Heidelberg, gingen am Samstag beim Altmühltrail in Dollnstein an den Start. Nicht nur für die Laufabteilung der DJK Dollnstein bedeutete dies, dass alle verfügbaren Kräfte innerhalb des Vereines mobilisiert werden mussten, um diesem enormen Zuspruch gerecht werden zu können. Auch die Ortsfeuerwehren aus Dollnstein, Ried, Eberswang, Breitenfurt, Obereichstätt und dem benachbarten Schernfeld waren wieder als Helfer beziehungsweise Sicherheitskräfte vor Ort, um abzusperren oder "gestrauchelten" Läufern zu helfen, was aber Gott sei Dank nicht vorkam.

Das Limit von 700 Teilnehmern war bereits binnen weniger Tage nach Öffnung des Anmeldeportals erreicht. Darauf waren Cheforganisator Ludwig Bittl und der Vorsitzende der DJK Dollnstein, Willi Wenzl, besonders stolz. Sie konnten es auch deshalb sein, weil der Altmühltrail nun in seiner vierten Auflage bereits im zweiten Jahr in Dollnstein ausgetragen wurde. "Dies zeigt, dass wir im letzten Jahr sehr gute Arbeit geleistet haben, denn sonst hätte der professionelle Veranstalter uns dieses Event nicht ein zweites Mal zukommen lassen", meinte denn auch Vereinsboss Wenzl. Und auch bei der zweiten Auflage in Dollnstein klappte alles wie am Schnürchen. Besonders oft richtete sich am Samstagmorgen noch der Blick gen Himmel, denn so ganz sicher war man sich nicht mehr angesichts differenter Wettervorhersagen. Letzten Endes aber spielte das Wetter sogar bestens mit.

Die Läufer und Wanderer konnten sich bei der Anmeldung zwischen einer Langstrecke mit etwa 28 Kilometern und einer Kurzstrecke mit etwa neun Kilometern entscheiden. Beide Strecken führten auf abwechslungsreichen Pfaden rund um und durch die Altmühlgemeinde. Dollnsteins Bürgermeister Wolfgang Roßkopf und ein bestens aufgelegter und immer spaßiger Moderator Klaus Benz schickten die Teilnehmer - um 10 Uhr die Walker und um 12 Uhr die Läufer - auf die Strecke, die zunächst durch den Ort Dollnstein ging: durch die Thorgasse, hinauf zum Kirchbuck mit Blick auf die auf den Felsen gebaute Pfarrkirche St. Peter und Paul sowie den vermutlich vom Eichstätter Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli errichteten Pfarrhof. Danach ging es weiter in die weitläufige Landschaft Richtung Hagenacker oberhalb des Panoramaweges.

Dort konnten die Läufer zum ersten Mal die traumhafte Kulisse des mittleren Altmühltals mit seiner herbstlichen Färbung der Bäume genießen. Nach Hagenacker und der Querung des Eisenbahntunnels mussten sich die Läufer bei einer ersten Steigung hinauf auf die Höhen schinden. Die Strecke führte weiter über Schönfeld nach Eberswang. Immer wieder warteten Genussstationen auf die Läufer, sei es, dass es leckere, warme Suppen oder selbst gebackenen Kuchen gab. Vorbei ging es an der Pferdekoppel Richtung Schernfeld zur "Langen Bank", wo weitere kulinarische Leckereien auf die Läufer warteten. Aber nicht nur die konnte man dort genießen, sondern in erster Linie auch den Blick ins weite Tal hinab, was vor allem die Walker, die es etwas gemütlicher angingen ließen, auch ausgiebig taten.

Dann ging es hinab in Richtung Obereichstätt, und die Läufer durften durch den monumentalen Skulpturenpark in Obereichstätt laufen und in den künstlerisch so eindrucksvollen Kosmos des in diesem Jahr verstorbenen Künstlers Alf Lechner eintauchen.

Mayer, Edgar, Dollnstein
Dollnstein

Nach Obereichstätt führte die Strecke wieder auf dem Panoramaweg zurück nach Dollnstein, wo die sonnigen Wacholderheiden und schroffe Kalkfelsen einen reizvollen Kontrast bildeten.

Doch Stopp! Einige Läufer hatten sich zu früh gefreut, denn noch einmal ging es aufwärts: hinauf zum Wahrzeichen des mittleren Altmühltals, den Burgsteinfelsen. Das war nach 22 Kilometern km in den Beinen doch richtig knackig, wie Verena Rau vom Polizeiverein aus Schwabach beteuerte, machte aber andererseits dem Namen Trail alle Ehre. "Dieser Lauf verdient wirklich den Namen Bergtrail", meinten denn auch Kristina Schwarz und Matthias Speißer vom Team "Seenland-Marathon" aus Weißenburg. Sie lobten die tolle Verpflegung und die abwechslungsreiche Streckenführung.

"Hart, echt hart", seufzte am Ende ein kaputter, aber sichtlich zufriedener Markus Imbsweiler aus Heidelberg, der tags zuvor noch als Prolog zum Trail eine Autorenlesung im Dollnsteiner Altmühlzentrum durchgeführt hatte. Der deutsche Vizemeister über zehn Kilometer seiner Altersklasse AK 50 kam die "Berge nicht so gut hoch", war aber ebenso wie alle Läufer begeistert von der Strecke. "Superschön! Tolle Ausblicke. Auch dieser Steinbruch, wo wir durchgelaufen sind. Einfach fantastisch. Da wäre ich gerne mal stehen geblieben."

Sieger bei den Herren: Kai Reißinger..
Sieger bei den Herren: Kai Reißinger.
Mayer, Edgar, Dollnstein
Dollnstein

"Diese Veranstaltung ist eine großartige Werbung für die ganze Region des Naturpark Altmühltals", lobten Bezirksrat Reinhard Eichiner und Bürgermeister Wolfgang Roßkopf die Veranstaltung bei der Siegerehrung. Fast ein wenig schade, dass viele Interessenten auf Grund der Auflage der Naturschutzbehörde nicht teilnehmen konnten: Die Läuferzahl ist auf 700 begrenzt, viele mussten abgewiesen werden.

Im Ziel wurden die Teilnehmer einzeln und mit großer Begeisterung von den Dollnsteiner Gardemädels empfangen, ebenso von einem großen Aufgebot der DJK, die hinter der Theke fleißig warme Kürbiskernsuppe an die Läufer verteilten.

SIEGER

Sieger bei den Herren: Kai Reißinger in 1:53:59. Zweiter wurde Andreas Radecker mit einer Zeit von 2:00:12. Er kam fünf Sekunden vor seinem Bruder Sebastian ins Ziel.
 
Siegerin bei den Frauen: Vorjahressiegerin Andrea Lutz konnte ihren Triumph wiederholen. Sie gewann in 2:17:38 vor Christiane Holzinger (2:19:54). | max