Mittwoch, 23.05.2012 |

 

03.02.2012 18:31 Uhr | 53x gelesen
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Mit Helau in den Sitzungssaal


Bild: Mit Helau in den Sitzungssaal. Denkendorf Denkendorf (EK) Weit kamen die Denkendorfer Gemeinderäte nicht mit ihrer Sitzung: Schon bald fielen die Narren ein und übernahmen das Kommando. Der Bürgermeister wurde „unschädlich“ gemacht.

Denkendorf (EK) Weit kamen die Denkendorfer Gemeinderäte nicht mit ihrer Sitzung: Schon bald fielen die Narren ein und übernahmen das Kommando. Der Bürgermeister wurde „unschädlich“ gemacht.


Denkendorf: Mit Helau in den Sitzungssaal
Das Prinzenpaar leistet ganze Arbeit: Der Bürgermeister ist gefesselt und muss sich den Narren ergeben. - Foto: fcl
„Wir sehen nach, was der Gemeinderat so macht, wenn er schon nicht auf die Bälle geht“, rief Hofmarschall Michael Kappelmeier, nachdem die Aktiven des Faschingskomitees den Sitzungssaal gestürmt und den Bürgermeister traditionell gefesselt hatten. Charmant erklärte Prinzessin Andrea III.: „Die Gemeinderatssitzung ist heute für Worte geschlossen, ab sofort wird mit Sektkorken geschossen.“

Mit im Gepäck hatten die Faschingsaktiven den „Protokollanten Charly“. Er sprach einmal mehr zu den Herren und Damen „Gemeinheitsräten“. Politik sei ein Narrenspiel, drum solle ruhig über Politiker gelacht werden – man gönne sich ja sonst nix. In Denkendorf hätten sich die Zeiten geändert. Jetzt habe der Rat „starken Wind aus Gelbelsee“, der gegen die Zandter Freibierdemokraten und die Dörndorfer Prinzenfänger antrete. Der „arme Herr Bürgermeister“ komme schon barfuß ins Rathaus, damit ihm nichts in die Schuhe geschoben werden könne. Der beste Platz, so der Protokollant, sei für Politiker das Wahlplakat. „Tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“

Und weiter gings im Text: „Früher gab es eine stattliche Anzahl an SPDlern, heute stehen die unter Artenschutz. Die CSU-Frau im Gemeinderat hätte fast einen Kaminkehrer geheiratet – damit wenigstens ein schwarzer Mann neben ihr stehe. „Es ist kein Geld mehr in der Gemeindekasse“, drum würden öffentliche Gebäude geschlossen: In Denkendorf sei dies Bitz, philosophierte der Humorist weiter. Zudem hätte er bemerkt, dass die Bitzer keine Türen mehr hätten – dann könne auch niemand mehr durchs Schlüsselloch gucken. Der Wahlspruch zum Schluss seiner Rede: „Fürchten Sie die Zukunft nicht, Denkendorf ist gerüstet und kann sich mit Hammer und Sichel verteidigen.“

Ein paar Beschlüsse hatten die Gemeinderäte aber doch noch fassen können: Im Erdgeschoss des Rathauses werden die Fußböden ausgetauscht. Angebote wurden eingeholt, die sich in einem Kostenrahmen von 20 900 bis 24 600 Euro bewegten, wie Bürgermeister Jürgen Hauke erklärte. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung entschieden die Räte sich für den günstigsten Bewerber. Der Bauausschuss beschäftigte sich mit zwei Anträgen: Das Gremium erteilte dem Bauantrag auf Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in der Dörndorfer Ringstraße das gemeindliche Einvernehmen. Mit dem Bauantrag von vier Reihenhäusern mit Garagen in der Denkendorfer Ringstraße hatte sich der Ausschuss bereits am 22. Dezember befasst. Diesem Vorhaben erteilte das Gremium damals das gemeindliche Einvernehmen. Nun, so Bauamtsleiter Joachim Forster, habe das Landratsamt festgestellt, dass das Bauvorhaben aufgrund der Realteilung so nicht zulässig sei, da die Flächen für die einzelnen Reihenhäuser geringer sei, als die im Bebauungsplan „verdichtete Bebauung“ vorsieht. Hierbei werden 250 Quadratmeter Grundfläche gefordert. Die gesamte Grundstücksfläche beträgt über 1300 Quadratmeter. Bei vier geplanten Reihenhäusern würde eine Grundstücksfläche von 1000 Quadratmetern ausreichen, um dieses Vorhaben zu realisieren.

Der Fall hier, so Forster weiter, sei eine große Ausnahme und eine Befreiung vom Bebauungsplan, verdichtete Bebauung sei vertretbar. Das Vorhaben könne in der Gesamtheit betrachtet werden und nicht jedes Reihenhaus als einzelne Maßnahme. Die Befreiung vom Bebauungsplan erfolgte ohne Gegenstimme.

 


Von Claudia Forster

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