Chrastava: "Eichstätter Weg"  in Chrastava eröffnet
Ein Unikum: Mit dem Transponder können sich Wanderer nahe Chrastava selbst über die Neiße ziehen. Bürgermeister Canov führte die Konstruktion mit Ingo Schön und Karin Cinibulkova in der Gondel vor.
Chrastava
Zur Eröffnung reiste Oberbürgermeister Andreas Steppberger nach Tschechien. Die Folgen des verheerenden Hochwassers vom 7. August 2010 sind in Chrastava noch heute deutlich sichtbar: Das Zentrum der Kleinstadt mit rund 6300 Einwohnern ist eine Dauerbaustelle. Der Görsbach, der sich damals für wenige Stunden in einen reißenden Strom verwandelt hatte, wird aufwendig neu eingefasst und mit neuen Fußgänger- und Straßenbrücken versehen. Ganze Straßenzüge standen unter Wasser, viele Schäden sind noch nicht behoben.

Eine der neuen Brücken war mit 40 000 Euro Spendengeldern aus Eichstätt mitfinanziert worden – zur Eröffnung dieser Brücke und der Feier des zehnjährigen Bestehens war am 28. September 2012 neben einer Eichstätter Delegation auch der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus nach Chrastava gekommen (wir berichteten).

Einen deutlich kleineren, aber dennoch feierlichen Festakt gab es nun diesen Dienstag zur Eröffnung des neuen „Eichstätter Wegs“: Tschechische Schülerinnen hatten eigens beide Nationalhymnen einstudiert, gut 80 Bürgerinnen und Bürger waren an diesem Werktagnachmittag gekommen und freuten sich darüber, dass OB Steppberger und Mitorganisator Ingo Schön ein Fass Hofmühlbier samt weiß-blau-gerauteten Bechern mitgebracht hatten und als Freibier ausschenkten.

Der „Eichstätter Weg“ ist ein Treppenweg, der mit 74 Granitstufen das Stadtzentrum mit einem höher gelegenen Ortsteil verbindet, in dem nun auch einige Opfer des Hochwassers, deren Häuser von der Flut komplett vernichtet worden waren, neu angesiedelt wurden. Neben dem heimischen Stein sind auch drei von der Firma Neumeyer & Brigl gestiftete Natursteintafeln aus Juramarmor mit dem Eichstätter Wappen und den Hinweisen auf die Städtepartnerschaft verbaut worden. Erst im April war mit dem Bau der Treppe begonnen worden, die insgesamt rund 1,5 Millionen tschechische Kronen (rund 58 500 Euro) gekostet hat.

Bürgermeister Michael Canov und Oberbürgermeister Andreas Steppberger betonten, dass diese Treppe nicht nur das Stadtzentrum mit einem Ortsteil verbinde, sondern auch die beiden Städte Chrastava und Eichstätt. „Dass dieser Treppenweg nach Eichstätt benannt wird, ist ein Zeichen tiefer und innerer Verbundenheit unserer Partnerstädte und eine ganz große Ehre für uns“, sagte Steppberger.

Die Gastfreundschaft der Tschechen äußerte sich auch bei diesem zweitägigen Besuch wieder in einem ausführlichen und von Dolmetscherin Karin Cinibulkova bestens betreuten Rahmenprogramm, bei dem Bürgermeister Michael Canov unter anderem (siehe eigene Beiträge) auch eine ganz neue Errungenschaft seiner Stadt als „verbindendes Element“ vorstellte: Einen so genannten Transponder, den die Republik Tschechien Chrastava nach dem Hochwasser gestiftet hat und mit dem nun Wanderer an einem horizontalen Seilzug aus eigener Kraft über die Neiße übersetzen können. Es sei wohl der einzige Transponder in Tschechien, europaweit gebe es nur noch einen weiteren nahe Mönchengladbach – also durchaus eine Anregung, die auch an der Altmühl eine Touristenattraktion werden könnte.