Buxheim: Eine Fibel aus der Römerzeit
Die Buxheimer haben diese Reiterfibel - hier ein Größenvergleich - nun restauriert zurückbekommen. Das Stück war vor fünf Jahren auf einem Kartoffelacker aufgetaucht. ‹ŒArch - foto: Rieder 
Buxheim

Fibeln - die in diesem Fall nichts mit Schulheften zu tun haben - waren in den ersten Jahrhunderten häufig Bestandteil der Bekleidung und dienten dazu, einen Mantel oder das Obergewand zu befestigen. Sie hatten also in etwa die Funktion einer Sicherheitsnadel. Allerdings stellt die Reiterfibel, die Peter Schleicher aus München 2012 auf einem Kartoffelacker ganz in der Nähe der Reinboldmühle in Buxheim gefunden hatte, nach Ansicht des Archäologen Dr. Karl Heinz Rieder etwas Außergewöhnliches dar. Dem Kreisheimatpfleger zufolge erinnert die filigrane Figur des Reiters an die frühen Kelten; sie stammt aber wohl aus römischer Zeit. Die Darstellung dieser Reiterfigur, die komplett erhalten ist, sah zunächst wie ein Kelte aus. Der Versuch, ähnliche Objekte mit dieser Figur zu finden, erbrachte jedoch keinerlei Ergebnis. Sie hatte auch wohl nicht die Funktion, ein Gewand zuzuhalten. Vielmehr diente die angebrachte Lasche, die mit einer winzigen Spirale versehen ist, zum Anstecken.

Nachdem der Nadelrast abgebrochen und der vorhandene Draht so dünn ist, geht man Rieder zufolge davon aus, dass die Reiterfigur ein Schmuckstück war. Das ein Millimeter dicke und 30 Millimeter große Objekt dürfte nach Einschätzung des Archäologen plastisch aus offener Form herausgegossen worden sein und einst einen silbernen Eindruck besessen haben.

Das Buxheimer Fibelexemplar stellt einen Krieger auf einem Pferd in Bewegung dar, der nach vorne die Zügel in der Hand hält; dabei ist die Mähne deutlich zu erkennen. Nach hinten geht ein Bogen weg, der einen fliegenden Mantel darstellen könnte. Das Pferd steht auf einer verzierten Schiene, auf die auch der Schweif trifft. Der Kopf des Reiters ist rund bedeckt, er hat eine prägnante lange spitze Nase. Das sollte wohl den Eindruck erwecken, er sei ein Kelte. Die Fibel dürfte nach Darstellung von Karl Heinz Rieder um das Jahr 200 in einer donauländischen Werkstätte hergestellt und in der Gegend entlang des Limes getragen und benutzt worden sein.

Auf dem Kartoffelacker, aus dem die Fibel hervorkam, befand sich einst eine germanische Siedlung. Nach neuesten Erkenntnissen dürfte diese Ansiedlung aus dem 4. oder 5. Jahrhundert stammen. Die Germanen haben in dieser Zeit römische Ruinenstätten ausgeplündert und könnten diese Fibel wohl auch wieder verloren haben. Eine nachgewiesene römische Villa lag in nördlicher Richtung in einer Entfernung von etwa einem Kilometer auf der Flur mit der heutigen Bezeichnung "Am Gemäuer".

Der Fibelfund wurde 2013 in München mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde und der Sparkassenstiftung Eichstätt restauriert. Nach Angaben von Bürgermeister Peter Doliwa ist das Stück mittlerweile Eigentum der Gemeinde Buxheim und soll im neuen Rathaus ausgestellt werden.