Donnerstag, 18.03.2010 |

 

08.02.2010 19:00 Uhr | 32x gelesen
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Sanierung von "recht gutem" Kanalnetz


Bild: Sanierung von

Böhmfeld (EK) Das Böhmfelder Kanalnetz ist insgesamt in einem erfreulich guten Zustand. Das ergab eine Videountersuchung. Dennoch wurden Schäden festgestellt, die rasch behoben werden müssen. Rund 225 000 Euro kostet das der Gemeinde.


"In anderen Kommunen sieht es manchmal aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte", sagte Christian Meinhardt von Bauer Beratende Ingenieure (BBI), Regensburg, als er den Böhmfelder Gemeinderäten die Ergebnisse der Kanaluntersuchung präsentierte. Die Videoabfahrung des Kanalnetzes war im Dezember abgeschlossen worden.

Böhmfeld liegt zum großen Teil im Schutzgebiet des Wasserzweckverbandes Böhmfelder Gruppe, der die Ortschaften Böhmfeld, Hitzhofen, Hofstetten und Lippertshofen mit Trinkwasser beliefert. Ende der 80-er Jahre war das Kanalnetz zuletzt saniert worden. "8895 Meter Hauptkanal und 519 Hausanschlüsse wurden gereinigt und anschließend mit einer Videokamera sorgfältig unter die Lupe genommen", berichtete Meinhardt. Das kostete 36 000 Euro.

Der Diplomingenieur legte der Zuordnung in die Schadensklassen (SK) I bis V die Richtlinien der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall sowie die Vorgaben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen zugrunde. 21 der insgesamt 268 untersuchten Kanalabschnitte weisen Schäden der höchsten Kategorien IV und V auf, deren Beseitigung nicht auf die lange Bank geschoben werden könne, mahnte der Ingenieur. In den übrigen Bereichen seien kleine, tolerierbare Mängel vorhanden, deren eventuelle Weiterentwicklung in einigen Jahren wiederum einer Überprüfung bedürfe. Gefahr für Dichtigkeit und Durchlässigkeit des Systems gehe nicht nur von eingewachsenem Wurzelwerk, Materialrissen und Scherbenbrüchen aus, sondern häufig auch von nicht fachgerechter Rohrverlegung und -Installation. Ein Beispiel dafür sei die Pfarrsiedlung, wo sowohl Eigenbauanschlüsse von Bauherren als auch Kanalanbindungen von Tiefbaubaufirmen nicht ordnungsgemäß seien und deshalb hier eine Kompletterneuerung anstünde, erläuterte der Fachmann.

Wo es möglich sei, würde in geschlossener Bauweise mit so genannten "Inlinern" und "Kurzlinern", stabilen harzgetränkten Schläuchen, die von einem Roboter in die schadhaften Kanalabschnitte eingeschoben werden, saniert. Diese Methode, in Verbindung mit stellenweise erforderlichen Aufgrabungen und Rohrneuverlegungen, rücke den Kanal wieder auf die Stufe der Neuwertigkeit.

Die Kosten für diese Maßnahmen bezifferte Meinhardt auf rund 225 000 Euro. Dieser Betrag beinhaltet eine Pauschale für die so genannte "offene Erneuerung" mit 3500 Euro bis 4000 Euro pro Einzelbaugrube. Die Reparatur der Hausanschlüsse bis zu den privaten Anschlüssen auf den Grundstücken geht zu Lasten der Gemeinde, der Rest bis zu den Gebäuden ist Sache der Eigentümer. Falls dort gravierende Mängel gesichtet wurden, erhalten die Besitzer von der Gemeinde eine Benachrichtigung mit der Bitte um Reparatur auf eigene Kosten in Eigenregie oder per Fachfirma.

"Wir entscheiden uns für die sofortige Behebung der markanten Schäden mit einem Kostenaufwand von rund 225.000 Euro und werden in etwa fünf Jahren die Minimalmängel erneut überprüfen", erklärte Bürgermeister Alfred Ostermeier. Einhellig gaben die Gemeinderäte der Firma BBI grünes Licht für das Ausschreibungsverfahren sowie für eine Entwurfsplanung der Kosten. Gleich nach der 100-Jahr-Feier der Schützen am 20. Mai werde mit der Kanalsanierung begonnen, war zu hören.

Von Anneliese Siebentritt


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