Beilngries: Für letzte Lebensphase vorsorgen
Berend Feddersen und Sabine Petri referierten über ein Konzept zur Planung gesundheitlicher Versorgung in der letzten Lebensphase. - Foto: Schork/Caritas
Beilngries

Deren Einrichtungs- und Pflegedienstleiter haben dafür an einer Tagung im Bildungshaus Schloss Hirschberg teilgenommen.

Der Münchner Oberarzt für Palliativmedizin, Prof. Dr. Berend Feddersen, und die Fachfrau für Palliative Care, Dr. Sabine Petri, referierten darüber, wie diese Versorgungsplanung mit Hilfe eines zertifizierten Gesprächsbegleiters am besten umgesetzt werden kann.

"Wie möchte Frau Müller in ihrer letzten Lebensphase versorgt werden, wenn sie selbst nicht mehr entscheiden kann? Soll im Ernstfall eine Ernährungssonde gelegt werden oder nicht? Ist der Wille eines Heimbewohners nicht geklärt, entstehen regelmäßig Konflikte in Behandlung und Versorgung", begründet Eva-Maria Schork, Referentin für Altenhilfe im Caritasverband, die große Bedeutung des Themas. Daher möchte der Verband die Möglichkeit nutzen, die das vor gut zwei Jahren in Kraft getretene Hospiz- und Palliativgesetz bietet: Qualifizierte Gesprächsbegleiter sollen Bewohner, Angehörige, Betreuer und Bevollmächtigte kompetent beraten. "Diese Beratungsleistung geht weit über die Erstellung einer klassischen Patientenverfügung hinaus. Es werden vielmehr hypothetische Behandlungsentscheidungen für die Zukunft im Gespräch überdacht und im Voraus geplant", erklärt die Caritasreferentin. Feddersen und Petri machten in ihren Vorträgen deutlich, dass genauere Festlegungen "auch Angehörige in Entscheidungssituationen entlasten und den betreuenden Ärzten und Pflegenden Handlungssicherheit geben". Die gesundheitliche Versorgungsplanung helfe Patientenverfügungen zu konkretisieren, da Studien bei diesen eine häufig fehlende Aussagekraft aufgezeigt hätten. Bei der Tagung präsentierten die beiden Referenten den Verantwortlichen in den Seniorenheimen ein mögliches Gesprächskonzept für "Behandlung im Voraus planen (BVP)".

Die Leitungskräfte erarbeiteten gemeinsam mit der für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortlichen Abteilungsleiterin, Hedwig Kenkel sowie Eva-Maria Schork die personellen und institutionellen Voraussetzungen, um das neue Konzept umzusetzen. "Es ist für uns sehr wichtig, dass Behandlungswünsche unserer Bewohner konkret geäußert und rechtsverbindlich dokumentiert sind", so Kenkel. Schork fügte hinzu: "Natürlich beruht das Gesprächsangebot auf Freiwilligkeit und folgt dem Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner."