Die Vorwürfe, die Bibliothekschefin habe, wie berichtet, eine wertvolle Tonträgersammlung an ein Antiquariat "verscherbelt", wies er damit als gegenstandslos und "schon aus Fürsorgepflicht" zurück.

Bei den durch Carola Schneider geschenkten Schallplatten ihres Vater, des Musikprofessors Heinrich Sievers, habe es um eine Sammlung gehandelt, die "keinerlei irgendwie gearteten bibliothekarischen Wert" gehabt habe. Dies habe eine sorgfältige Prüfung der Sammlung ergeben. Lediglich die etwa 80 Schellack-Platten aus der Sievers- Sammlung seien in den Schellack-Bestand der Universitätsbibliothek eingearbeitet worden. Der Rest der 3000 Platten sei an das sächsische Antiquariat in Leipzig verkauft worden.

Und die Universität könne froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben, so von der Heydte, der von einem Verkaufspreis von 1100 Euro spricht. Dem gegenüber war der Wert der Sammlung bei der Überlassung an die Unibibliothek damals mit 30 000 Mark angegeben worden. Allerdings, so der Kanzler, sei die Zeit der Schallplatte einfach vorbei. Die Sammlung habe "sowohl für die Lehre und Forschung als auch für die Bibliothek schlichtweg keine Bedeutung" gehabt. Sicherlich, so von der Heydte, stelle die Sammlung für den verstorbenen Professor Sievers und dessen Tochter, Carola Schneider, einen ideellen Wert dar, "aber wir müssen nach bibliothekarischen Gesichtspunkten bewerten und sind kein Museum".

Außerdem habe der Mäzen und Ehrendoktor der Universität Eichstätt, der Musikantiquar und Verleger Hans Schneider, die Kontakte zur Bibliothek nicht erst nach den Vorgängen um die Schallplattensammlung seines Schwiegervaters abgebrochen, sondern bereits mit dem Ausscheiden von Hermann Holzbauer als Direktor der Bibliothek.

Dass "selbstverständlich Dubletten abgegeben werden", aber nur nach "sorgfältiger und gewissenhafter Prüfung" sei für eine Bibliothek ein ganz normaler Vorgang. Dies gelte auch für die Bestände der Provinz der bayerischen Kapuziner, die die Universitätsbibliothek im Jahr 1999 übernommen hatte. Auch hier werde "ganz in Übereinstimmung mit dem damals geschlossenen Überlassungsvertrag und in Absprache mit der Provinzleitung" verfahren. Das bedeute, dass sämtliche Bestände vor dem Jahr 1802 in die Bibliothek eingestellt würden – mit Ausnahmen von Dubletten. Bände nach dem Jahr 1802 würden dann eingearbeitet, wenn die Bibliotheksleitung dies für richtig halte. Weggeworfen oder abgegeben würden verschmutzte oder verschimmelte Literatur, Taschenlexika oder Krimis – alles selbstverständlich nach genauer Sichtung.

Damit setzt sich von der Heydte gegen Kritiker wie den Historiker Klaus Graf von der Universität Freiburg zur Wehr, der der Leitung der Eichstätter Unibibliothek "Vernichtung von Kulturgut" vorwirft.