Im Hofladen der Abtei informierten sich Bioland-Präsident Thomas Dosch (links) und Professor Alois Heissenhuber von der TU München über die Angebote. - Foto: Günther Marx
Die politisch vorgegebenen Rahmenbedingungen seien gerade für den ökologischen Landbau wichtig, und so bedauerte Wetzstein ein wenig die Absage von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Als kompetenter "Ersatz" konnte kurzfristig der Agrarexperte Benedikt Haerlin aus Berlin gewonnen werden, der aktiv am internationalen Weltagrarbericht mitgearbeitet hat, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde.

"Zur ländlichen Entwicklung gehört für mich zentral die bäuerliche Landwirtschaft. Wir müssen uns sehr anstrengen, dass das wieder Allgemeingut wird in den Köpfen der Menschen." Mit diesen Worten begrüßte Landrat Albert Löhner (CSU) die Tagungsteilnehmer. Den Politikern schrieb er ins Stammbuch, dass die Landwirtschaftspolitik wieder Teil der Gesellschaftspolitik werden müsse. Es komme nicht nur darauf an, möglichst hohes Wachstum und möglichst hohe Gewinne zu erzielen, mindestens genauso wichtig sei, "dass die zerstörerischen Entwicklungen und ihre Kosten nicht größer werden". Hier müssten die Rahmenbedingungen geändert werden. Das Entwickeln von Alternativen auf regionaler Ebene, die Abkoppelung vom "Mainstream" sei eine gesellschaftliche Aufgabe, zwar schwierig, aber "die Bio-Bauern sind die Querdenker unter den Bauern, die aufgeschlossensten, von denen ich mir den größten Anstoß verspreche", so Landrat Löhner.

Thomas Dosch, Präsident des Bundesverbands Bioland, führte aus, dass "Bio" nicht gleich "Bio" sei. Es gehe nicht darum, irgendwelche Regale zu füllen, egal wo die Ware herkommt, es gehe um die Entwicklung des ländlichen Raumes. "Die Notwendigkeit von Umbrüchen wird immer noch stark unterschätzt", so Dosch. Die Dramatik werde vielleicht deutlich, wenn man sich die so genannte Finanzkrise vor Augen führe. "Wenn die Unionsparteien von der Verstaatlichung von Unternehmen sprechen, dann zeigt das, dass Expertokratie nicht geeignet ist, Lebenswege aufzuzeigen, die Zukunftsfähigkeit ermöglichen." Von daher sei die Entwicklung des Biolandbaus von der Entwicklung der Rahmenbedingungen abhängig, und somit sei die Frage, wie die Agrarpolitik nach 2013 weitergehe, von grundsätzlicher Bedeutung. "Wenn die Industrie sich aufmacht, die Welternährung zu übernehmen, dann geht es um andere Interessen", sagte Dosch. Es gehe dann nicht mehr darum, "dass die Mutterbrust das Kind ernährt". Der Weltagrarbericht zeige Perspektiven der Notwendigkeit zur Erhaltung bäuerlicher Strukturen auf.