Wolfsbuch: Hoher Besuch
Der Nikolaus hat in dieser Woche den Kindergarten in Wolfsbuch besucht. - Foto: Patzelt
Wolfsbuch

Als es an der Tür klopfte, kehrte schlagartig Ruhe ein. Viel zu groß war der Respekt vor der im nächsten Moment eintretenden Person. Angst sollten die Kleinen jedoch nicht haben, denn der Heilige, der als Bischof armen und kranken Menschen half, war ja schließlich ein guter Mensch. Und die Gestalt des Krampus, die im Kindergarten nichts zu suchen hatte, stammt, wie auch viele andere dämonische Gestalten des Alpenraumes, noch aus der vorchristlichen Zeit.

Mit dem Lied "Nikolo bum bum - der Nikolo geht um" begrüßten die Kinder den hohen Gast im Turnraum. Ein Mädchen durfte den goldenen Stab halten. Danach stellte sich der bärtige Herr kurz vor und erzählte die Legende, in der Nikolaus alten und kranken Menschen half. "Aber Nikolaus hat dies immer heimlich getan. Er schlich sich in der Nacht an die Türen und Fenster der armen Leute und legte dort Brot und etwas Geld nieder", erzählte der Gast mit der Bischofsmütze und dem goldverzierten roten Umhang den Kindern. Die Leute erkannten ihn und bestimmten Nikolaus zu ihrem Bischof.

Mit Nüssen begleiteten die Mädchen und Buben das Gedicht "Holler, boller Rumpelsack". Danach las Nikolaus aus seinem Buch Gutes und Schlechtes vor, das sich während des Jahres im Kindergarten ereignet hatte. Reichlich Bewegung war im anschließenden Vers "Den Nikolaus hab' ich geseh'n". Nachdem schließlich doch das Gute überwog, duften die Kleinen voller Stolz ihre reich gefüllten Socken abholen. Mit dem Lied "Lasst und froh und munter sein" verabschiedeten die Kinder den Nikolaus, der versprach, im nächsten Jahr wieder vorbeizuschauen.