Wiesenhofen: Kreisverkehr für Wiesenhofen
Er wird gebaut: Ab Juni dieses Jahres soll an dieser unübersichtlichen Stelle an der Kreisstraße bei Wiesenhofen ein Kreisverkehr entstehen. - Foto: Patzelt
Wiesenhofen

"Wir wollen diese letzte Bürgerversammlung auf alle Fälle durchziehen, sonst können wir ja gleich die für 2017 draus machen", merkte Grad zu Beginn seiner Ausführungen mit einem Augenzwinkern an. Der Wiesenhofener Ortssprecher Benjamin Schneider ging zunächst auf einige bereits erledigte Angelegenheiten in seinem Heimatdorf ein. Renoviert wurde das Gemeinschaftshaus. "Der Innenbereich benötigte einen Neuanstrich und der Kachelofen eine Überholung", merkte Schneider an. Die Materialkosten übernahm die Stadt. Auf einer neuen Wippe können sich auf dem Spielplatz die Kinder vergnügen. Verschoben werden musste die Sanierung des Kriegerdenkmals auf dem Friedhof, nachdem keine Angebote von Steinmetzbetrieben eingegangen waren. "Wir wollen die Arbeiten aber noch heuer in Angriff nehmen", so der Ortssprecher. Die Willibald-Schmidt-Stiftung hat bereits einen Zuschuss zugesagt.

Auch das in der Versammlung des vergangenen Jahres angesprochene Marterl konnte noch nicht restauriert werden, da es erst die Besitzerverhältnisse zu klären gilt. Mit einem Geländer wurde die Doline ausgestattet. Das Loch in der Umzäunung soll laut Schneider "demnächst verschwinden". Der Ortssprecher lud alle Dorfbewohner zu einer Versammlung ein. Am Donnerstag, 2. März, will man im Gemeinschaftshaus über das Gemeindeentwicklungskonzept beraten. Bei der Bauabteilung der Stadt Beilngries bedankte sich Schneider für die "rasche und zuverlässige Erledigung der Aufträge".

In seinen Ausführungen über die allgemeinen Belange der Großgemeinde kam Grad auch auf den Breitbandausbau zu sprechen. Wiesenhofen fällt dabei ins Förderprogramm des Freistaates Bayern. "Von Seiten der Stadt sollte man schon drauf schauen, dass wir auch die zugesicherte Geschwindigkeit bekommen. Man hat uns schon mal was zugesichert, das nicht eingehalten wurde", merkte ein Wiesenhofener an.

Ein weiteres Thema betraf das 4,2-Millionen-Projekt Kindergartenneubau im Beilngrieser Sulzpark. Vertreter der Stadt und weiterer Gremien hatten die Einrichtungen in Sengenthal, Mühlhausen und Schamhaupten besucht und sich näher informiert. "Diese Erkenntnisse wollen wir nun an die Architekten weitergeben, damit sie diese einarbeiten können", informierte Grad. Prompt kam dazu eine Nachfrage: "Warum können wir den alten Kindergarten nicht stehen lassen und ihn lediglich durch einen Anbau erweitern" Grad antwortete, dass eine Sanierung des Gebäudes "nur geringfügig billiger" wäre. "Aber der schaut doch von außen noch gar nicht so schlecht aus", konterte der Bürger. "Aber innen", so die kurze Antwort des Bürgermeistervertreters.

Zum gemeinsamen Dorfspaziergang mit Experten im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts sind die Wiesenhofener am Donnerstag, 30. März, eingeladen. Treffpunkt ist um 16 Uhr am Gemeinschaftshaus. "Wenn am Ende auch die Fördermittel nicht für alle Projekte ausreichen, man sollte es aber trotzdem versuchen und die Wünsche vorbringen", merkte Grad an.

"Keine gravierenden Auffälligkeiten" hätten die elektronischen Geschwindigkeitsmesstafeln erbracht, die von 22. Dezember bis 20. Januar im Bereich von Wiesenhofen aufgestellt waren. "Aus der Eisstockbahn ist bislang noch nichts geworden", schnitt Grad einen weiteren Wunsch an. Das Hauptproblem sei, dass die Stadt hier keinen Präzedenzfall schaffen wolle. Allerdings könne auch dieses Anliegen in den Gemeindeentwicklungsplan eingebracht werden.

"Er wird gebaut!" Mit diesen drei Worten wandte sich Grad dem Dauerbrenner Kreisverkehr zu. Die Grundstücksverhandlungen seien abgeschlossen und die Ausschreibungen im Laufen. "Somit steht einem Baubeginn im Juni dieses Jahres wohl nichts mehr im Wege", so Grad zum Vorhaben des Landkreises Eichstätt. "Wird in diesem Zuge auch die Straße Richtung Kaldorf erneuert", fragte ein Dorfbewohner nach. Grad antwortete, dass er sich eine Erneuerung "durchaus vorstellen könne".

Ein weiteres Anliegen betraf den Lindenbaum in der Nähe des Gemeinschaftshauses. "Ein größerer Ast ist bereits heruntergefallen. Und er hat noch viele weitere dürre Äste", so die Anmerkung eines Bürgers. Der Ortssprecher gab dazu bekannt, dass bereits ein Besichtigungstermin mit einem Baumsachverständigen vereinbart worden sei.

"Warum geht bei den Windrädern nichts mehr weiter", wollte ein weiterer Wiesenhofener wissen. Grad wies auf den Ausgang des Klageverfahrens und den bestehenden Teilflächennutzungsplan für Windkraftanlagen bei Wolfsbuch hin. Einen Radweg vom Ortsrand über die Fürstenstraße Richtung Haunstetten nach Hirschberg wünschte sich ein weiterer Versammlungsteilnehmer und ein Einwohner bemängelte, dass die Firma Bögl aufgrund der Anschrift besonders von LKW-Fahrern immer wieder im Dorf gesucht werde.

Ein weiteres Thema war die unzureichende Beleuchtung der Fahrräder mancher Schüler auf ihrem Weg zu den Beilngrieser Bildungseinrichtungen. "Ich fahre in den Morgenstunden oft durch Beilngries. Dabei kommen viele Schüler aus den Gassen, deren Fahrräder nicht beleuchtet sind. Das ist für beide Seiten richtig gefährlich", lautete der Hinweis. Polizist und Stadtrat Christian Gerner (CSU) ging auf diese Problematik näher ein. Ab der vierten Klasse erfolge im Rahmen der Fahrradausbildung eine spezielle Schulung. Auch würden von Seiten der Polizei "des Öfteren Kontrollen durchgeführt". Allerdings sollte man, laut Gerner, diesbezüglich auch die Eltern in die Pflicht nehmen. "Alleine können wir dies nicht schultern", so der Polizist. Grad merkte an, dass dieses Problem auch in den Dörfern vorherrsche.