Töging: "Interessante Herausforderungen"
Auch eine Führung durch die Firma Spangler gehörte zum Programm der Netzwerkveranstaltung. - Foto: Stephan
Töging

Mit gut 60 Teilnehmern hatte der Veranstalter, das Regionalmanagement von Altmühl-Jura, scheinbar ein Thema gewählt, das vielen Firmen- und IT-Verantwortlichen auf den Nägeln brennt.

Die Veranstaltungen von Altmühl-Jura werden zusammen mit der Unternehmerfabrik des Landkreises Roth und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Eichstätt in Kooperation mit regionalen Unternehmen organisiert. In diesem Jahr fanden bereits Termine mit der Bühler GmbH, On & Off, der Brauerei Gutmann sowie jetzt mit der Spangler GmbH zu jeweils unterschiedlichen Themen statt. Bei diesem Projekt sind auch die Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Regierung der Oberpfalz beteiligt.

Stellvertretend für Manfred Preischl, den Vorsitzenden von Altmühl-Jura, begrüßte die Dietfurter Bürgermeisterin Carolin Braun (SPD) die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie betonte, dass der Kontakt und der ständige Austausch zwischen den Firmen und den Gemeinden eine wichtige Aufgabe der zwölf Altmühl-Jura-Gemeinden sei. So gehe es darum, Fachleute gerade auch mit diesem Zukunftsthema zusammenzubringen, um die künftigen Anforderungen gemeinsam meistern zu können.

In Töging erhielten die Unternehmer, Vertreter von Behörden und Verbänden und interessierte Bürger praxisnahe Einblicke in die Thematik Industrie 4.0. Thomas Zenk, als Abteilungsleiter Prozessautomation bei der Firma Spangler, erläuterte, was sich hinter diesem sperrigen Begriff 4.0 eigentlich verbirgt. Es sind verschiedene Konzepte und Theorien, die laut Experten die Zukunft von Arbeit und Produktion in Einklang bringen sollen. "Industrie 4.0 stellt uns vor neue interessante Herausforderungen und kann für jede Firma etwas anders bedeuten." Spangler, so der Referent, versuche dieses Thema aufzugreifen, das Wissen mit den technischen Möglichkeiten zu verknüpfen und für die Kunden sinnvolle Anwendungen umzusetzen. Zenk bezeichnete die heutigen Möglichkeiten der Digitalisierung als vierte industrielle Revolution innerhalb der vergangen 150 Jahre.

Am Beispiel einer Waschmaschine erklärte Zenk praxisnah die enormen Potenziale der Technik und der Vernetzung, jedoch auch deren Gefahren, im Lichte von Industrie 4.0. Demnach arbeiten Weltkonzerne wie Amazon, Google oder Microsoft im Augenblick bereits an Techniken, um intelligente und vernetzte Lösungen anzubieten. Produkte wie digitale Sprachassistenten seien erst der Anfang. Es werde schon jetzt ungeheueres Wissen in den Firmenzentralen angesammelt, die es erlauben, gezielte Angebote abzusetzen und das Kaufverhalten bestimmter Personengruppen zu analysieren.

Zwar wolle man sich in Töging nicht mit US-amerikanischen Riesen messen, dennoch verfolge man eigene Pläne in ambitionierten Projekten. So wurde mit Tablets das Projektziel "papierlose Fertigung" erreicht, während gleichzeitig ein neues Wissensmanagementsystem Informationen und Wissen von Fertigungsdaten bis hin zu Telefonlisten für jeden Mitarbeiter digital bereitstellt. Auch extern beim Kunden seien bereits Leuchtturmprojekte in Betrieb, die es ermöglichen, den Gesamtzustand von Maschinen und Geräten zu analysieren und die Wartung oder Instandsetzung automatisch anzugehen. Die vielen Beispiele reichten von Maschinendatenerfassung über Cloud-Lösungen bis hin zu Leitsystemen für Anlagen.