Dienstag, 22.05.2012 |

 

22.11.2011 18:55 Uhr | 25x gelesen
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Auf gutem Weg zur Energieautarkie


Neumarkt (esm) Schon vor zehn Jahren hat der Landkreis Neumarkt begonnen, sich mit dem Thema Energie auseinanderzusetzen. Wie der Landkreis bis zum Jahr 2030 „energieautark“ werden kann, zeigte Markus Brautsch vom Amberger Institut für Energietechnik (IfE) in der jüngsten Kreistagssitzung.


Im Auftrag des Landkreises hatte Brautsch in den vergangenen Monaten ein umfangreiches Gesamtenergiekonzept erstellt, das er dem Gremium in Kurzform präsentierte. Die ermittelten Zahlen zeigen laut Brautsch, dass der Landkreis schon jetzt auf einem guten Weg ist. Mit acht Tonnen pro Kopf und Jahr verbrauchen die Landkreisbürger deutlich weniger CO2 als der bayerische Durchschnitt. Brautsch führt das vor allem auf den hohen Anteil an erneuerbaren Energien zurück. Während die Wärmeversorgung inzwischen fast zur Hälfte auf erneuerbare Energien umgestellt wurde, liegt der Anteil beim Strom gerade bei 38 Prozent. Dort sieht Brautsch auch die größten Potenziale – sowohl in der Einsparung als auch im Ausbau. Denn die Erhebungen hätten ergeben, dass viele Industriebetriebe aufgrund veralteter Technik viel zu viel Strom verbrauchen würden. Der Experte schätzt das Einsparpotenzial auf rund 30 Prozent.

Aber auch im Privathaushalt kann der Energieverbrauch deutlich reduziert werden: Wenn nur zwei Prozent der älteren Gebäude im Landkreis energetisch saniert und entsprechend gedämmt würden, könnten im Landkreis rund 84 000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Bei einem gleichzeitigen Ausbau moderner Windkraftanlagen könnte der Landkreis bis 2030 nicht nur seinen eigenen Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energien beziehen, sondern sich sogar zum „Export-Landkreis“ entwickeln. Derzeit sind 32 Windanlagen im Landkreis genehmigt, laut Studie sind aber 40 weitere Anlagen möglich. Der Ausbau würde sich durchaus lohnen, denn die regionale Wertschöpfung veranschlagen die Experten mit jährlich 300 Euro pro Haushalt.

Anders sehen die Ausbau-Potenziale bei der Wärmeversorgung aus: Bis zu 70 Prozent wird der Landkreis bis 2030 selbst aus erneuerbaren Energien erzeugen können, der Rest wird auch in Zukunft zugekauft werden müssen, so Brautschs Prognose. Sein Fazit: „Der Ist-Zustand ist sehr erfreulich, aber trotzdem sind hohe Einsparpotenziale vorhanden“.

Welche Energieprojekte der Landkreis vorantreiben wird, soll in den kommenden Monaten entschieden werden. Landrat Albert Löhner (CSU) rechnet damit, dass sich die Fraktionen noch länger mit dem „umfangreichen Kompendium“ beschäftigen müssen. Einig war sich das Gremium schon jetzt, dass der Landkreis beim Thema Sanierung auch künftig mit gutem Beispiel vorangehen müsse. „Was wir in puncto CO2-Einsparung bei unseren Gebäuden tun können, müssen wir auch umsetzen“, lautete die einhellige Meinung.

 


Von Daniela Eßmann

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