Führungswechsel: Bei der Beilngrieser Nachbarschaftshilfe folgt Werner Fahnenstich (Mitte) als Leiter auf Willy Hanemann (rechts).
Führungswechsel: Bei der Beilngrieser Nachbarschaftshilfe folgt Werner Fahnenstich (Mitte) als Leiter auf Willy Hanemann (rechts). Mario Sommereder fungiert künftig als stellvertretender Leiter.
F. Rieger
Beilngries

Eine äußerst rasante Entwicklung hat die Beilngrieser Nachbarschaftshilfe genommen. Seit der Gründung im Jahr 2013 hat sich wahnsinnig viel getan. Die Nachfrage stieg ebenso schnell wie die Zahl der Unterstützer, wie Hanemann vor Kurzem in einem Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte. Ungeahnte Aufgaben kamen durch den Zuzug hunderter Flüchtlinge auf die Helfer zu. Nach turbulenten Monaten wurde in Kooperation mit der Stadt schließlich ein eigener Helferkreis Asyl gegründet, in dem sich freilich weiterhin jede Menge Mitglieder der Nachbarschaftshilfe einbringen. Als frischestes und wohl auch bedeutendstes Projekt wurde nun im Herbst der Bürgertreff Beilngries im Alten Feuerwehrhaus realisiert. Das Feld, das Hanemann seinem Nachfolger hinterlässt, ist bestellt. Er hätte die Entwicklung der Nachbarschaftshilfe gerne weiter gestaltet, allerdings haben sich Hanemann und seine Frau zu einem Umzug nach Ingolstadt entschlossen.

Schnell war klar: Für die Nachfolge in der Leitung der Nachbarschaftshilfe, die unter dem Dach der Stadt Beilngries steht, musste ein Nachfolger gefunden werden (wir berichteten) . Erste Abfragen brachten nicht den gewünschten Erfolg, jüngst kam dann aber doch Bewegung in die Thematik. Der bisherige stellvertretende Leiter Werner Fahnenstich erklärte sich bereit, künftig als Kopf der ehrenamtlichen Helfertruppe zu fungieren. Sein Ziel beschreibt er folgendermaßen: "den erfolgreichen Weg weiterführen, Änderungsbedarf gibt es derzeit nicht." Als wichtigste Aufgabe sieht er im Moment den Bürgertreff. Der sei gut angelaufen, müsse in den kommenden Monaten aber natürlich weiter etabliert werden. Für die Nachbarschaftshilfe engagiert sich Fahnenstich seit der Gründung. Er habe damals über unsere Zeitung von dem Projekt erfahren und als Rentner ausreichend Zeit gesehen, um sich einzubringen, berichtet der 68-Jährige. Vor zwei Jahren übernahm er die stellvertretende Leitung, nun folgt er auf Hanemann - zunächst für ein Jahr, dann wird weitergeschaut.

Bei Mario Sommereder war es der Zuzug der Flüchtlinge, der ihn dazu bewogen hat, sich bei der Nachbarschaftshilfe zu engagieren. Er habe einen Beitrag leisten wollen und in der Nachbarschaftshilfe die richtige Plattform gefunden, berichtet der 36-Jährige, der vor Kurzem von Beilngries nach Wolfsbuch gezogen ist. Er arbeitet in der IT-Branche und will die Nachbarschaftshilfe in nächster Zeit in Sachen Internetauftritt, soziale Medien, Flyergestaltung und Ähnliches noch ein Stück voranbringen. "Da habe ich meine Stärken, mit denen ich mich einbringen kann."

Hanemann sieht seine Nachfolge in guten Hände. Wehmut ist bei seinem Abschied natürlich dennoch dabei - schließlich hat er die ersten Jahre der Beilngrieser Nachbarschaftshilfe maßgeblich mitgestaltet. Die weitere Entwicklung der Gruppe werde er wohlwollend und mit Interesse verfolgen, versichert er. Dass dem rührigen Bürger das aber nicht ausreicht, dürfte jedem Beilngrieser, der Hanemann kennt, klar sein. Auch an seinem neuen Wohnort gibt es eine Nachbarschaftshilfe, und er habe auch schon ein konkretes Projektfeld gefunden, bei dem er sich einbringen wolle. Es geht also für alle Seiten weiter - im Zeichen der freiwilligen Hilfe für den Nächsten.