Mühlbach: Ein Blick in verborgene Welten
Foto: Anton Bachhuber
Mühlbach

Die Familie Martiny, Besitzer der Obermühle, stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung. Diese Ausstellung ermöglicht den Besuchern, gefahrlos in den Untergrund der Karstlandschaft einzutauchen. Dieter Gebelein, Vorsitzender der Karstgruppe Mühlbach, eröffnete die Präsentation und war erfreut über den großen Zuspruch der Besucher. Dass es die Karstgruppe Mühlbach seit 25 Jahren gibt, war für viele eine Überraschung. Es war aus Zeitgründen für heuer keine Jubiläumsfeier vorgesehen, man wolle dies jedoch in fünf Jahren zum 30-jährigen Bestehen nachholen.

Gebelein nutzte aber die Gelegenheit, den Höhleneigentümern Betz und Kornprobst, der Bevölkerung von Mühlbach mit Ortssprecher Johannes Seelus und dessen Vorgänger Bernd May für das vertrauensvolle Miteinander zu danken. Besonders hob er May hervor, "mit dem ich gemeinsam schon viele Schlachten geschlagen habe". Dankesworte gingen auch an die drei Bürgermeister während der 25 Jahre Alois Hengl, Franz Stephan und Carolin Braun sowie die Familie Martiny für die konstruktive Zusammenarbeit. Dank zollte er den 50 Mitgliedern der Karstgruppe, die sich stets mit Engagement und auch finanziell für die Forschung in der hiesigen Höhlenlandschaft und bei der Verwirklichung des Höhlenmuseums eingebracht haben. Der Vorsitzende betonte, dass wenn man in Norddeutschland jemanden nach Mühlbach im Altmühltal fragt, damit kaum jemand etwas anfangen kann, außer er ist ein Höhlenforscher. Im Nu wurde der Ort einer der bekanntesten Höhlendörfer Deutschlands. "Unsere Arbeit geschieht im Verborgenen, 100 Meter unter dem Deckgebirge. Dort sind wir per Funk nicht so leicht zu erreichen, wie es die Apollo-Astronauten auf dem Mond waren. Wir sehen es aber als Pflicht an, die Bevölkerung an unserer Arbeit teilhaben zu lassen. Dazu dient auch die Ausstellung in der Obermühle."

Dietfurts Vize-Bürgermeister Oliver Kuhn gratulierte "zur neuen Einrichtung in altem Gemäuer" und meinte: "Da wir vielfach nur in kurzen Abschnitten denken, kann sich kaum jemand vorstellen, wie viele Millionen Jahre sich schon die Erde dreht." Wer einen Baum betrachte, habe schon einen längeren Zeitraum im Auge, erst recht Höhlenforscher, die sich mit Steinen befassen. "Selbst wenn man bei der neuen Ausstellung nur einen kleinen Überblick über die Arbeit in den Mühlbacher Höhlen bekommt, ist sie eine Bereicherung", so Kuhn. Er wünschte der Karstgruppe Mühlbach weiterhin viel Erfolg und versicherte: "Ich habe großen Respekt von Ihrer Arbeit."

Neumarkts Landrat Willibald Gailler beglückwünschte die Forschergruppe ebenfalls zum 25-jährigen Bestehen und sah in der Präsentation ein wunderbares Geburtstagsgeschenk für den Verein und die Bevölkerung. Er sprach die Ergebnisse der Forschungsarbeit unter Tage an und meinte, sie brächten den Beweis, dass die Menschen verantwortungsvoll mit der Vergangenheit umgehen müssen. Gleichzeitig freute er sich über die fantastische Höhlenlandschaft im Süden des Landkreises.

Bernd Nerreter, Präsident des Bayerischen Verbandes für Höhlen- und Karstforschung, bezeichnete das neue Museum als gelungene Symbiose von Archäologie, erlebbarer Vergangenheit und pulsierendem Wasser. Die Ausstellung "Stein, Wasser, Höhle" könnte keinen besseren Namen tragen, sie zeige, dass es ohne Kalkstein und Wasser keine Höhlen gäbe. Aber auch die Mühle könnte nicht sein, wenn aus der Höhle kein Wasser käme. Die Karstgruppe Mühlbach habe es verstanden, die Natur zu lesen, und den Berg dazu gebracht, eines seiner Geheimnisse Preis zu geben. Nerreter bescheinigte, dass es der Karstgruppe mit ihrem Vorsitzenden Gebelein gelungen sei, ein in Bayern einmaliges Wasserhöhlensystem zu finden. Er wünschte der Ausstellung viele Besucher und den Höhlenforscherkollegen "allseits Glück tief" und viel Freude an den künftigen Herausforderungen.

Glückwünsche überbrachte auch Werner Richter, Vorsitzender der Sulz-Altmühltaler Kunstfreunde. Er erinnerte daran, dass sein Verein vor einigen Jahren die Karstgruppe Mühlbach mit dem Ehrenpreis für Kunst und Kultur bedacht hat. Mit der neuen Ausstellung gebe es ein weiteres künstlerisches Objekt, auf das die Höhlenforscher, die Stadt und auch die Bevölkerung stolz sein dürfen, so Richter.

Dem offiziellen Teil folgte eine Führung durch den Steinstadel, in dessen Erdgeschoss man verschiedene Einblicke in die naheliegenden Flusshöhlen bekommt. Im Obergeschoss widmet sich eine Ausstellung sanierten Jurahäusern, zu denen auch die Obermühle gehört.