Am Westen der Altmühlstadt vorbei wird die Beilngrieser Umgehungsstraße führen.
Am Westen der Altmühlstadt vorbei wird die Beilngrieser Umgehungsstraße führen. Baubeginn soll zeitig im Frühjahr 2018 sein.
Fabian Rieger
Beilngries

Stefan Opheys hatte bereits am Rednerpult Platz genommen, um als zuständiger Büroleiter von Schüßler-Plan in Nürnberg das Vorhaben Umgehungsstraße in allen Details vorzustellen. Zunächst ergriff aber Anetsberger das Wort. Er erläuterte, weshalb man von seiner bisherigen Ankündigung, noch heuer den ersten Spatenstich zu zelebrieren, abrücken müsse. Der Grund dafür ist eng mit den erwarteten Kosten verknüpft.

Ursprünglich war man von einer Gesamtsumme in Höhe von 7,4 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt (Verbindung Eichstätter Straße mit Bundesstraße 299) ausgegangen. Darin waren auch der Grunderwerb und weitere Nebenkosten eingerechnet. Die reinen Baukosten hätten laut Anetsberger eigentlich deutlich unter 5,2 Millionen Euro liegen sollen. Dieser Wert ist entscheidend, da ab dieser Summe eine europaweite Ausschreibung der Leistungen nötig ist. Im Laufe der Planungen hat sich nun ergeben, dass die reinen Baukosten tatsächlich sehr nah an diese 5,2 Millionen Euro herangehen könnten. Als Gründe nannte Anetsberger unter anderem die vor drei Wochen im Stadtrat beschlossene Lärmschutzwand sowie weitreichende Schutzmaßnahmen für Kröten, die nachträglich mit eingeplant werden mussten. Um jegliches Risiko zu vermeiden, später die zugesagten Fördergelder zu verlieren, will die Stadt nun eine europaweite Ausschreibung der Bauleistungen veranlassen. Dadurch könne man heuer aber nicht mehr mit dem Bau beginnen, informierte der Bürgermeister. Gemeinsam mit der Förderstelle habe man nun einen Fahrplan entwickelt: Der Zuschuss wird nun nicht als Fixkosten-, sondern als Anteilsförderung gewährt. Die zugesagten 85 Prozent der Gesamtsumme beziehen sich dabei nicht auf die Ausschreibungsergebnisse, sondern auf eine aktualisierte Kostenberechnung, die von der Stadt in den nächsten Wochen vorgelegt werden muss. Für die Kommune "erhöht sich dadurch der Unsicherheitsfaktor etwas", wie es Anetsberger formulierte - denn die Kostenberechnung kann nicht so genau sein wie die Ausschreibungsergebnisse. Anetsberger betonte jedoch, dass alle Planer bereits für dieses Thema sensibilisiert seien und man eine sehr sorgfältige Aufstellung der Kosten einreichen werde. Die Ausschreibungsergebnisse sollen dann bis kurz vor Weihnachten vorliegen, die Vergabe ist für Januar vorgesehen. Dann könne der Baubeginn zeitig im Frühjahr erfolgen, was von der Förderstelle so auch akzeptiert werde, erläuterte der Bürgermeister weiter.

Opheys, der selbst in Beilngries wohnt und das beauftragte Planungsbüro aus Nürnberg leitet, lieferte dem Gremium anschließend einen umfassenden Überblick zu den Details des Vorhabens. Gleich zu Beginn erntete er ein Schmunzeln der Stadträte, als er über den Beamer neue Straßenschilder an die Wand projizierte, die für die Umgehungsstraße vorgesehen sind. Opheys erläuterte weiter, dass den Planungen der im Jahr 2008 aufgestellte Bebauungsplan zugrunde liege. "An der Trassierung hat sich rein gar nichts geändert", betonte er. In den vergangenen knapp zehn Jahren hätten sich zwar viele Vorgaben verschärft - beispielsweise hinsichtlich der Straßenbreite und der Dicke des Straßenbelags. Es sei aber gelungen, das alles mit dem vorliegenden Bebauungsplan in Einklang zu bringen. Anetsberger sprach dabei von einer "kleinen Meisterleistung" im Zusammenspiel seiner Verwaltung und der Planer. Opheys ging auf zahlreiche weitere Details ein, beispielsweise auf die umfassenden Amphibiendurchlässe für Kröten unter der neuen Straße. Außerdem wurde erneut betont, dass die Straße nicht als Damm wirke und Teile von ihr bei einem 100-jährigen Hochwasser überflutet würden. Die Fahrbahnbreite wird sieben Meter betragen.

Die Stadträte hatten bei der anschließenden Aussprache noch einige Detailfragen. Die konnten allesamt recht zügig beantwortet werden.

AUS DER SITZUNG

Franz Josef Hiebinger (CSU) hat als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses den Prüfbericht für das Jahr 2016 vorgetragen. Beanstandungen gab es nicht. Die Jahresrechnung wurde festgestellt und die entsprechende Entlastung erteilt.

 

Mit den Umbauarbeiten im Seniorenzentrum hätte sich das Gremium eigentlich bereits vor drei Wochen beschäftigen sollen. Aufgrund fehlender Informationen war der Tagesordnungspunkt damals abgesetzt worden. Anton Bauer (BL/FW) wollte nun wissen, weshalb das Thema diesmal erneut nicht zur Sprache kam. Stadtbaumeister Thomas Seitz erläuterte, dass bei den Planungen noch Nacharbeiten nötig seien. Voraussichtlich im Dezember sind dann die Stadträte gefragt.

Der Antrag auf Vorbescheid für ein Wohnbauprojekt an der Kevenhüller Straße wurde zurückgezogen.

 

Ortssprecher Alfons Fehlner wollte wissen, wie die Pläne für eine Urnenwand in Irfersdorf aussehen. Laut Bürgermeister Alexander Anetsberger sollen sich die Bürger zunächst einigen, in welchem der beiden Friedhöfe die Wand errichtet werden soll. | rgf