Kipfenberg: "Keine einfache Aufgabe"
Die Akteure des Projekts mit der Kipfenberger Vizebürgermeisterin Sabine Biberger (2. v. l.), Kathrin Peter von Altmühl-Jura-Büro (4.v.l.), Erik Meder vom Büro Gevas, Bürgermeisterin Carolin Braun aus Dietfurt, Sabine Lund von Altmühl-Jura und dem Beilngrieser Vizebürgermeister Anton Grad. - Foto: Stephan
Kipfenberg

Peter betonte eingangs, dass die Mobilität in einer ländlichen Region von ausschlaggebender Bedeutung für die Entwicklung der Dörfer und Kleinstädte sei. Dies sei für die zwölf Bürgermeister der Anlass gewesen, eine solche Untersuchung in Auftrag zu geben, den entsprechenden Leader-Förderantrag zu stellen. Das Ingenieurbüro Gevas, Humber & Partner aus München wurde damit beauftragt, es wurden Fragebogen ausgearbeitet und an alle Haushalte in den Gemeinden verteilt. Insgesamt waren etwa 60 000 Bürger angesprochen.

Der Projektverantwortliche Erik Meder informierte über den Stand der Auswertung. Der Rücklauf sei mit zehn bis 15 Prozent zwar nicht überwältigend gewesen, teilte er mit, dennoch könnten brauchbare Rückschlüsse aus den Auswertungen gezogen werden. Die umfangreiche Aufgabenstellung enthielt eine Situationsanalyse, die Erfassung von Strukturdaten, eine Analyse der Verkehrsstruktur, die Überprüfung des bestehenden ÖPNV-Angebots, die Bewertung der Erschließungsqualität und eine Bewertung der Mobilitätsbedürfnisse der Bürger. Zu berücksichtigen, so Meder, seien auch die Randbedingungen des klassischen ländlichen Raumes mit geringer Einwohnerdichte, der demografische Wandel, die verkehrsrelevante Bedeutung von Freizeit und der Tourismus. Als Rückgrat des derzeitigen Nahverkehrs bezeichnete der Fachmann den durch die Gemeinden und die Landkreise organisierten Schülerverkehr. Der solle generell im Sinne einer Daseinsvorsorge weiterentwickelt werden, meinte er.

Der Diplomgeograf Meder stellte aber auch bereits bei den ersten Gesprächen klar, dass ein konkretes bedarfsgerechtes Mobilitätskonzept für die einheimische Bevölkerung und die Erschließung touristischer Anziehungspunkte, keine einfache Aufgabe sei. Es müsse alle bestehenden Nahverkehrspläne der beteiligten Landkreise Eichstätt, Roth und Neumarkt einbeziehen. Ein wichtiger Untersuchungsbereich seien auch die Pendlerströme, die sich nach den bisherigen Auswertungen nicht so sehr innerhalb der Region bewegen, sondern mehr in Richtung der Städte Ingolstadt oder Neumarkt erstrecken. Die Bewertung der Erschließungsqualität des Altmühl-Jura-Raumes, die auf der Basis einschlägiger Richtlinien der bayerischen Nahverkehrsplanung beruhen würde, gehe von einer durchwegs positiven Situation aus. Doch lasse die Nutzung des Angebotes zu wünschen übrig.

Bereits teilweise ausgewertet wurden die Gemeinden Altmannstein und Walting. Hier zeigte der Referent die für verschiedene Strecken genutzten Verkehrsträger in anschaulichen Grafiken. Eine genaue Bewertung und Auswertung für alle Gemeinden muss erst erarbeitet werden. Zum Abschluss des Projektes wird es noch eine Schwachstellenanalyse geben und es sollen die notwendigen Maßnahmen abgeleitet werden. Wie Meder ausführte, können die Bürgerinnen und Bürgern noch Vorschläge an das Altmühl-Jura-Büro herantragen. Die Projektgruppe wird sich nochmals am Donnerstag, 12. Oktober, in Beilngries treffen und möchte bis Ende Oktober in einem weiteren Bürgerforum Ergebnisse vorstellen. Als Ziel werden vor allem auch umsetzungsfähige Maßnahmen angepeilt.

In der Diskussion wurde ein Stundentakt bei der Bahnverbindung von Kinding nach München oder Nürnberg gefordert. Die Anbindung des Kindinger Bahnhofs von Berching oder Dietfurt aus sollte verbessert werden. Auch das Ergebnis der Seniorenumfrage der Stadt Dietfurt zum Thema Mobilität älterer Menschen soll in die Auswertung einfließen. In der Diskussion stellte sich auch heraus, dass es bei einer Verbesserung der Mobilität nur um kleine Einzellösungen gehen werde wie Rufbusse oder angemeldete Fahrten. Auch sahen einige Diskussionsteilnehmer dieses Thema in Verbindung mit der Elektromobilität von E-Rädern und E-Autos. Die Gemeinden von Altmühl-Jura beschäftigen sich mit der E-Mobilität in einem eigenen Projekt.