Dienstag, 22.05.2012 |

 

03.12.2009 18:59 Uhr | 179x gelesen
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"Vor schweren Entscheidungen"


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Kinding (DK) Ein Energiekonzept für den Markt Kinding stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Erstellt und erläutert wurde dieses von Professor Markus Brautsch von der Hochschule Amberg-Weiden für angewandte Wissenschaften.



Auch für die Kindinger Schule mit zukünftigem Anbau erstellte die Hochschule für angewandte Wissenschaften Amberg-Weiden ein Energieeinsparkonzept. - Foto: Patzelt
Bei dem Konzept wurden das Rathaus, der Kindergarten, die Grundschule, das Schwarzachhaus mit Nebengebäude, zwei Neubauten und eine zukünftige Arztpraxis betrachtet und verschiedene Energieversorgungsvarianten zur kostenoptimierten Deckung des Gebäudeenergiebedarfs vorgestellt.

Der Trend geht eindeutig zur Biomasse, sprich: Hackschnitzelheizung. Brautsch, Bürgermeisterin Rita Böhm (CSU) und die Marktgemeinderäte fürchten vor allem einen eventuellen Anstieg des Heizölpreises. "Wenn sie daran glauben, dass der Heizölpreis auch nur um zehn Cent steigt, spricht bereits alles für die Biomasse", meinte der Sachverständige. Hackschnitzel hätten "auf alle Fälle stabilere Preise". Brautsch ist seit elf Jahren an der Hochschule Amberg-Weiden für erneuerbare Energien und rationelle Energienutzung zuständig und stammt aus Greding.

Wie die Räte erfuhren, wurde zunächst das jeweils bestehende Energiesystem mit den verschiedenen Verbrauchswerten aufgenommen. Auf Basis der Energieverbrauchsdaten ermittelten die Mitarbeiter der Hochschule den Wärmebedarf. Bei den künftigen Gebäuden schätzte man den Wärmebedarf mit Hilfe von Kennzahlen ab.

"Auf der Grundlage der Bedarfsermittlung wurden die verschiedenen Energieversorgungsvarianten entwickelt und im Rahmen einer Vollkostenrechnung nach der Annuitätenmethode auf ihre Wirtschaftlichkeit hin untersucht. Die Jahresgesamtkosten haben wir einer Sensitivitätsanalyse unterzogen, um den Einfluss einzelner Parameter, wie Brennstoffkosten oder Kapitalkosten, auf die Energiekosten zu ermitteln", so Brautsch. Zusätzlich zur ökonomischen Betrachtung sei eine ökologische Bewertung hinsichtlich des fossilen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes der einzelnen Varianten erfolgt, so der Professor.

Mehrere Varianten

Seine Ergebnisse fasste Brautsch in einigen Tabellen zusammen. Sie enthielten die Aufstellung der Investitionskosten, die Jahresgesamtkosten und die "Wärmegestehungskosten" der einzelnen Varianten. Brautsch ging ins Detail. Zunächst beleuchtete er das Konzept für das Wärmenetz Schule mit künftigem Anbau. Die Zusammenfassung der Ergebnisse (einschließlich Förderung) sieht unter anderem folgende Zahlen vor: Für die Variante Heizölkessel: Investitionskosten von 63 000 Euro, Jahresgesamtkosten von 20 100 Euro und Wärmegestehungskosten von 9,9 Cent pro Kilowattstunde. Für die Variante Hackgutkessel: Investitionskosten von 110 000 Euro, Jahresgesamtkosten von 21 000 Euro und Wärmeentstehungskosten von 11,1 Cent pro Kilowattstunde. Für die Variante Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk: Investitionskosten von 128 000 Euro, Jahresgesamtkosten von 24 000 Euro und Wärmegestehungskosten von 12,4 Cent pro Kilowattstunde.

Die Variante Heizöl-Blockheizkraftwerk würde Investitionskosten von 111 000 Euro, Jahresgesamtkosten von 25 000 Euro und Wärmegestehungskosten von 12,8 Cent pro Kilowattstunde bedeuten. Als letzte Variante nannte Brautsch den Pelletkessel. Hier würden an Investitionskosten 105 000 Euro, an Jahresgesamtkosten 22 000 Euro und an Wärmegestehungskosten 11,5 Cent pro Kilowattstunde anfallen. Als "keinesfalls empfehlenswert" nannte er ein Wärmeverbundnetz Schule mit zukünftigem Anbau und Kindergarten.

Wie gehts nun weiter?

Brautsch ging auch auf die Zusammenfassung der Ergebnisse der einzelnen Varianten für das Wärmeverbundnetz Schwarzachhaus mit Nebengebäude, Arztpraxis und zwei Neubauten "Betreutes Wohnen" ein. Die niedrigsten Wärmegestehungskosten hätte dabei mit 14,1 Cent pro Kilowattstunde die Variante Heizölkessel. Die Variante Hackgutkessel liegt mit 16,2 Cent pro Kilowattstunde der Referenzvariante am nächsten. Die Wärmegestehungskosten der Variante Heizöl-Blockheizkraftwerk fallen mit 17,1 Cent pro Kilowattstunde am höchsten aus.

"Uns stehen jetzt schwere Entscheidungen bevor", meinte die Bürgermeisterin nach den Ausführungen des Experten. Als "gut" wurde der Vorschlag eines Zuhörers, der meinte: "Fahren wir doch zunächst mal mit der bestehenden Heizung in der Schule weiter und beginnen mit der Hackschnitzelheizung im Schwarzachhaus."

 


Von Anton Patzelt

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