Kevenhüll: Die Zukunft des Waldes
Informativer Rundgang: Förster Georg Dütsch ist ein Fachmann für die Frage, wie der Wald der Zukunft in der Region aussehen sollte. - Foto: Harrer
Kevenhüll

Die anhaltende Borkenkäferplage hat in den vergangenen Jahren in vielen Wäldern deutliche erkennbare Spuren hinterlassen. Tausende Hektar Fichtenwald wurden durch Käferbefall schon zerstört. Auch in der Großgemeinde Beilngries hat der Borkenkäfer in vielen Waldgebieten Schaden angerichtet. Deshalb fanden am vergangenen Samstag - Wind und Wetter zum Trotz - zwei Informationsveranstaltungen statt. Georg Dütsch vom Forstrevier Biberbach und Forstwirtschaftsmeister Andreas Böhm erklärten am Vormittag in einem Waldgrundstück in Neuzell zunächst einer großen Gruppe von Interessierten, worauf man bei der Pflanzung achten müsse, wobei die Qualität und die Pflanztechniken im Vordergrund standen.

Am Nachmittag dann fand im Kevenhüller Ortswald die leider sehr schwach besuchte Fortbildung "Welche Bäume soll ich bei der Wiederaufforstung verwenden" statt. Diese wichtige Frage, die für alle Waldbesitzer von Belang ist, deren Bäume von Borkenkäfer befallen wurden, beantwortete Dütsch bei einem Rundgang durch den Wald. Sehr hilfreich seien die Standorts-/Bodenkarten, die es für alle Waldteile gibt, sowie die Anbaurisikokarte. Erstere zeigt für jeden Standort sehr genau an, wie der Boden dort beschaffen ist. Davon können Waldbauern dann ableiten, welche Bäume sich für die Anpflanzung dort besonders gut eignen - und welche nicht.

Seit zwei Jahren gibt es noch ein zweites Hilfsmittel: die Anbaurisikokarte. Diese vergleicht, wieder abhängig vom jeweiligen Standort, wie die Bedingungen (Niederschlagssumme, Mitteltemperatur, Bodenart) im Jahr 2000 für die Baumarten waren und wie sie im Jahr 2100 voraussichtlich sein werden. Vor allem für die immer wärmeren Temperaturen aufgrund des Klimawandels eignen sich viele gewohnte Baumarten nicht mehr so gut. Deshalb sei es entscheidend, sich vor der Neuanpflanzung zuerst die Fragen zu stellen, wie das Klima in 100 Jahren aussieht und welche Bäume damit zurechtkommen, so Dütsch. Gut eignen werden sich in der Region vor allem Laubbaumarten wie die Stiel- und die Traubeneiche, die verschiedenen Ahornarten, die Buche und die Hainbuche, die Lindenarten und die Elsbeere - also Bäume, die es warm mögen. Schlecht dürften die künftigen Bedingungen vor allem für Nadelbaumarten wie Fichten und Tannen sein. Auch das Anbaurisiko für Lärchen und Douglasien werde zunehmend höher - deshalb solle man diese Bäume mit Blick auf die Zukunft schon jetzt nicht mehr anpflanzen, so Dütsch.

Teile des Kevenhüller Ortswaldes zeigen schon jetzt, wie der Wald der Zukunft aussehen könnte. Dort nämlich wütete der Borkenkäfer massiv und es mussten einige Flächen neu bepflanzt werden. Das Stück, durch das der Rundgang führte, beschädigte vor allem ein Windwurf vor zehn Jahren sehr stark, erklärte der Förster. Mittlerweile füllen sich die Lücken wieder langsam - nicht mit Fichten, sondern vor allem mit Buchen, für welche die Bedingungen in Mitteleuropa optimal sind. Ergänzt werden sie auf dem besichtigten Waldstück zusätzlich mit Lärchen und Vogelkirschbäumen, da diese gut zur Buche passen. Nur mit solch alternativen Baumarten könne man letztendlich dafür sorgen, dass der Wald auch in 100 Jahren noch zu erholsamen Spaziergängen einladen wird, wie zu erfahren war.