Kaldorf: Wenig Hoffnung auf die große Lösung
Nur eine geringe Krümmung weist die Kreisstraße durch Kaldorf auf, was so manchen Autofahrer davon abhält, der Verkehrsordnung entsprechend abzubremsen. - Foto: Patzelt
Kaldorf

Der Wunsch nach einer großräumigen Ortsumfahrung wurde auch heuer von den Kaldorfern geäußert. "Dies wird wohl auch weiterhin so bleiben", machte der Rathauschef den Bürgern kaum Hoffnung. Vor allem der Landkreis lasse keinerlei Bereitschaft erkennen, dieses Projekt in Angriff nehmen zu wollen. Vorrang habe erst einmal der Kreisverkehr bei Wiesenhofen. Laut dem Bürgermeister wäre es wohl sinnvoller, kleinere bauliche Veränderungen anzustreben, als weiterhin auf eine große Lösung zu pochen. Diese kleineren Maßnahmen könnten auch in das Gemeindeentwicklungskonzept aufgenommen werden. Eine Versammlungsteilnehmerin wünschte sich "zumindest zwei dauerhafte Geschwindigkeitsanzeigetafeln". Hier sah der Bürgermeister vor allem die Gefahr des Abstumpfungseffekts. Auf längere Sicht würden sich die Autofahrer an die Messtafeln gewöhnen und auch weiterhin aufs Gastpedal drücken. "Hätten wir anstatt 40 rund 400 Einwohner, würde der Landkreis bestimmt bauen", mutmaßte ein Versammlungsteilnehmer. Daraufhin verwies Antesberger auf das Beispiel Grampersdorf. Auch hier sei in absehbarer Zeit keine Entlastung der Bewohner bezüglich des hohen Durchgangsverkehrs zu erwarten. Eine Dorfbewohnerin wünschte sich Fahrbahnverengungen. "Das beste Beispiel finden wir in Töging. Da wird bestimmt nicht mehr gerast", machte sie auf ein "Musterbeispiel" aufmerksam.

"Keinerlei Druck" besteht laut dem Beilngrieser Stadtoberhaupt hingegen bezüglich der Ausweisung neuer Baugebiete sowohl in Kaldorf als auch im Nachbardorf Hirschberg, sodass sich momentan auch keine Aktivitäten abzeichnen. Der DSL-Ausbau läuft in Kaldorf, anders als beim eigenwirtschaftlichen Ausbau im benachbarten Hirschberg, über das bayerische Breitbandförderprogramm. Vom dorfeigenen Kabelverzweiger werden die Glasfaserleitungen im Rahmen des FTTB-Ausbaus bis zu den jeweiligen Grundstücken führen. Für die Hausanschlüsse sind die jeweiligen Grundstückseigentümer dann selbst verantwortlich.

Keinerlei Verkehrsbeeinträchtigungen werde es laut Anetsberger für die Dorfbewohner beim diesjährigen Triathlon am 26. August geben. Die Radfahrstrecke wird - entgegen zwischenzeitlicher Planungen - im Tal verlaufen (weiterer Bericht folgt).

Fest steht auch der Termin für den rund zweistündigen Dorfspaziergang im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts. Die Experten werden die Kaldorfer am Donnerstag, 30. März, gegen 16 Uhr besuchen und Wünsche sowie Anregungen aufnehmen.

Ein weiteres Thema betraf die aktuelle Flüchtlingssituation, sowohl in der Großgemeinde als auch speziell in Kaldorf. Laut Anetsberger leben zurzeit rund 290 Geflüchtete in der Großgemeinde Beilngries. Mit 120 Personen sind die meisten im ehemaligen Hotel Gallus untergebracht. Sieben Flüchtlinge haben in Kaldorf eine Bleibe gefunden. "Das ist natürlich für die Dorfgröße relativ viel", stellte der Rathauschef fest. Durch ein riesiges Netzwerk, sowohl an hautberuflichen als auch an ehrenamtlichen Helfern, habe sich die Situation jedoch inzwischen entspannt. Anetsberger richtete an die Kaldorfer den Appell, auch weiterhin entspannt mit der Situation umzugehen.

Nachfragen gab es aber zu diesem Thema. "Überall wird im Dorf bei Glatteis durch die Grundstückseigentümer gestreut. Hat nicht der Landkreis im Bereich der dezentralen Unterkunft ebenfalls eine Räum- und Streupflicht? Die Kinder gehen vorbei zum Schulbus und es besteht für sie durchaus die Gefahr, auszurutschen", so eine besorgte Dorfbewohnerin. Laut Anetsberger müsse der Landkreis seiner Räum- und Streupflicht im Bereich des angemieteten Gebäudes nachkommen oder die entsprechenden Anweisungen erteilen. Er werde "dieser Sache nachgehen". "Ich kann grundsätzlich nicht verstehen, wie der Landkreis in unserer kleinen Ortschaft ein Haus anmietet, ohne vorher mit den Dorfbewohnern zu reden", fragte ein Versammlungsteilnehmer. Laut dem Beilngrieser Stadtoberhaupt sei dies in gewisser Weise entschuldbar. "In der Hochphase der Flüchtlingsbewegung ist der Landkreis unter enormem Druck gestanden. Da musste genommen werden, was angeboten wurde. Heute kann man eine ganz andere Bewertung vornehmen."

Unverständnis zeigte ein Kaldorfer für den Wunsch nach neuen Maschinenhallen, der in verschiedenen Bürgerversammlungen in anderen Ortschaften aufgekommen war. "Heute stehen so viele Stadel leer, die nicht genutzt werden", so seine Meinung.

"Der alte Hirschberger Weg weist so einige Löcher auf, die für Radfahrer sehr gefährlich sein können", lautete ein weiterer Hinweis. "Wir werden uns dies anschauen und dafür sorgen, dass man sicher rauf und auch wieder runter kommt", so die Antwort des Bürgermeisters.

Nach einem dicken Lob für die Arbeiter des Bauhofs ging ein Dorfbewohner noch auf die Streuobstwiese beim Schuttplatz ein. "Die Bäume müssen dringend ausgeschnitten werden", lautete seine Bitte. Mit den Worten "was lange währt wird endlich gut" bedankte sich Ortssprecher Dieter Babiel Buchberger bei der Stadt Beilngries für den Bau des neuen, schmucken Omnibuswartehäuschens.