Sehr interessiert haben die Teilnehmer am Diskussionsabend in Beilngries mit Stadtbaumeister Thomas Seitz (rechts) diskutiert.
Rieger, Fabian, Beilngries
Beilngries

Wie soll es in Beilngries in 15 Jahren aussehen? Diese Frage ist nicht neu, sie beschäftigt Lokalpolitiker und Bürger seit langer Zeit immer wieder aufs Neue. Dass man bei dieser zukunftsgerichteten Planung einer Stadt aber auch nie wirklich fertig wird, hat sich am Donnerstagabend eindrucksvoll gezeigt. Bei den Gesprächsrunden mit den Bürgern kamen viele altbekannte, aber auch manche neuen Herausforderungen auf den Tisch.

Gekommen waren rund 40 Interessierte, vorrangig Vertreter eingesessener Innenstadtbetriebe und örtlicher Institutionen. Um ihnen eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu liefern, führte Bürgermeister Alexander Anetsberger kurz in das Thema ein. Er erinnerte an das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek), mit dem sich die Stadträte vor nicht allzu langer Zeit ausgiebig beschäftigt hatten, und sprach von einer „konzeptionellen Grundlage für unsere Entscheidungen“, die den Weg für die nächsten zehn Jahre vorgeben soll. Ihm sei es wichtig, in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz für die Vorhaben zu finden. Daher wolle man den Abend nutzen, um umfassend zu informieren.

Grundsätzlich stehe Beilngries gut da, betonte Anetsberger. „Egal, wo man hinkommt: Wenn man sagt, dass man in Beilngries lebt, wird man beneidet.“ Das Ziel müsse sein, diesen hohen Standard aufrecht zu erhalten – für Einheimische und Touristen. Um zu verdeutlichen, wie komplex die Aufgaben oft sind, ging der Bürgermeister auf das Thema Wohnen in der Altstadt ein. Hier gebe es in einigen Gebäuden Potenziale. Sofort sei man dann aber bei den nächsten Fragen: Sind die Gassen um das Haus für Senioren gut begehbar? Können ausreichend Parkmöglichkeiten geschaffen werden? „Fragen über Fragen“, so der Rathauschef. Wunderlösungen könnten weder er noch die Planer, die durch Andrea Möller, Klaus Dorsch und Sven Siebert vertreten waren, liefern. Deshalb sei es umso wichtiger, die Meinungen der Bürger zu hören.

Letztere hatten dann an mehreren Themenstationen auch die Gelegenheit, sich in kleinen Gesprächsrunden ganz ungezwungen zu äußern und ihre Vorschläge an einer Pinnwand anzubringen. Zum Thema Verkehr und Mobilität wurden vor allem Klagen über fehlende Parkplätze in der Altstadt geäußert. „Das geht jedem Mittelzentrum so“, berichtete Siebert. Außerdem störten sich mehrere Anwesende am „Verkehrschaos“, das in der Altstadt entstehe, wenn Lkws die Geschäfte und Hotels beliefern oder wenn Busse längere Zeit auf der Straße halten. Vorgeschlagen wurde hierbei eine Einbahnstraßenregelung für Hauptstraße und Gassen. Es gab aber auch Stimmen, die sich mit der aktuellen Situation in der Hauptstraße gut anfreunden konnten.

Bei der Themenstation Wohnen und Bauen wurde ausgiebig über die Altstadtgassen gesprochen (siehe Infokasten) . Zudem wurde von einigen Bürgern die Angst geäußert, dass sich durch neue Wohnungen in der Altstadt die Parksituation noch verschärfen könnte.

Sehr interessiert haben die Teilnehmer am Diskussionsabend in Beilngries mit Stadtbaumeister Thomas Seitz (rechts) diskutiert.
Rieger, Fabian, Beilngries
Beilngries

Zum Thema Nahversorgung/Einkaufen kamen vor allem Anliegen bezüglich der älteren Mitbürger zur Sprache. Es müsse sichergestellt werden, dass sich die Senioren weiterhin vor Ort versorgen können. Ganz allgemein erachten es die Beilngries als sehr wichtig, dass die derzeit guten Einkaufsmöglichkeiten erhalten bleiben. Entscheidend sei, dass es auch künftig genügend Hausärzte gebe. Ausbaufähig sei das Freizeitangebot für Jugendliche – ein Thema, das unsere Zeitung vor Kurzem bereits erörtert hatte. Hier stehe man aber vor dem Problem, dass ein Jugendtreff meist nur dann als attraktiv erachtet werde, wenn er ohne Aufsicht stattfinde, so Andrea Möller. Und das könne eine Stadt natürlich nicht verantworten. Gedanken über zusätzliche Freizeitmöglichkeiten für junge Leute könne man sich aber dennoch machen.

Bei der Tourismusstation wurden viele Punkte geäußert, die auch in die anderen Themenbereiche hineinspielen. Unter anderem ging es um die Umgehungsstraße und die Frage, ob ein solch umfangreicher Eingriff in die Umwelt und das Landschaftsbild gerechtfertigt sei. Außerdem ging es auch hier um die Verkehrssituation auf der Hauptstraße. Des Weiteren wurde über Potenziale bezüglich des Waren- und Krammarktes gesprochen.

An der Station zu Identität und Kommunikation waren Zwischenergebnisse einer Umfrage abgebildet, die in den vergangenen Monaten im Internet sowie in hiesigen Geschäften und Hotels erhoben worden war. Dabei wurde ein positives Bild der Stadt gezeichnet. Lobende Worte fand Planer Dorsch: „In Beilngries wird miteinander gearbeitet.“ Es gebe aber dennoch Akteure, die sich nicht ausreichend mit einbezogen fühlten, wie er an seiner Station erfahren hatte. Das Markenzeichen „In Beilngries rührt sich was“ müsse unbedingt beibehalten und gepflegt werden.

Mit all diesen Anregungen im Gepäck sprach Anetsberger am Ende der Veranstaltung von einem „sehr fruchtbaren“ Abend. Man werde auch künftig die Bürger in die Planungen mit einbeziehen und Themenabende in ähnlicher Form veranstalten, so der Rathauschef.