Hirschberg: "Inspiration für viele Gläubige"
Der Weihbischof von Köln, Dominikus Schwaderlapp, hat am Treffen der geistlichen Gemeinschaften auf Schloss Hirschberg teilgenommen. - Foto: Hieke
Hirschberg

Mit ihm am Altar standen Prälat Kühn, Stephan Müller von Marriage Encounter, Dekanatsjugendseelsorger Pfarrer Martin Seefried aus Stopfenheim und Kaplan Florian Leppert. Weitere Geistliche nahmen im Volk an der Messe teil. Den feierlichen Pontifikalgottesdienst gestaltete die Jugendkantorei am Eichstätter Dom unter Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß mit Domorganist Martin Bernreuther an der Orgel. Den Altardienst verrichteten Studierende der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Domministranten und Mitglieder der katholischen Studentenverbindung Alcimonia.

Seine Predigt stellte der Weihbischof unter drei Hauptpunkte: Fiat - mir geschehe nach Gottes Wort; Magnificat - meine Seele preise den Herrn; Stabat - Maria stand unter dem Kreuz. "Fragen Sie immer wieder, wozu Sie Gott ruft, und dann gehen Sie mit großem Vertrauen", ermutigte Schwaderlapp die etwa 70 Zuhörer aus den GG. "Nach fast 25 Priesterjahren kann ich sagen: Es ist ein nicht immer bequemer, aber fantastischer Weg, den uns die Welt nicht geben und auch nicht nehmen kann."

"In der Welt, aber nicht von der Welt" war dann auch Thema seines Vortrags nach dem gemeinsamen Imbiss. Die zehn Punkte auf dem ausgeteilten Handout führte Weihbischof Schwaderlapp anschaulich aus. Seine vielen persönlichen Glaubenszeugnisse zeigten ihn als einen Seelsorger mit Herz an der Basis, was nicht nur die Aussage "Man muss die jungen Leute gern haben" bewies.

"Jede Zeit hat ihre Not, aber auch ihre Gnade, ist immer Heilsgeschichte", zeigte sich der Kölner Weihbischof überzeugt und bezeichnete die GG als Antwort des Heiligen Geistes auf unsere Zeit. "Glaubensverkündigung ist kein spezifisches Charisma des Amtes, sondern aller getauften und gefirmten Gläubigen", betonte er und führte vor Augen, dass die Volkskirche von verschiedenen Prämissen ausgehe. "Wir brauchen einen Mentalitätsumschwung und müssen lernen, missionarisch zu werden. Der Glaube wird durch Zeugnis weitergegeben, nicht durch Institution", verwies Schwaderlapp auf den Apostel Paulus.

Der gemeinschaftliche Charakter der GG wirke der Individualisierung und Isolierung der Menschen entgegen. "Ziel der GG ist es, in der Welt das Evangelium zu leben und zu bezeugen. Es geht weder um Angleichung an die Welt noch um Verlassen derselben, sondern um Leben mittendrin", ermunterte der Weihbischof die Zuhörer. Das sei zwar leichter gesagt, als getan, aber "es ist die Kirche Gottes, er wirkt, wir brauchen nur die Krüge mit Wasser zu füllen", stellte er die Gefahr der Selbstüberschätzung vor Augen und verwies auf den Schatz der Sakramente, ohne die es keine wirkliche Erneuerung gebe. "GG leben ihren Glauben in besonderer Entschiedenheit und können damit zur Inspiration für viele Gläubige werden, wie ein Sauerteig, der die ganze Kirche durchdringt. An der Hand Mariens den Spuren Jesu folgen, das gebe ich Ihnen mit an diesem besonderen Marienfest." Vor 75 Jahren hatte der damalige Eichstätter Bischof Michael Rackl das Bistum unter den besonderen Schutz Mariens unter ihrem Titel "Dreimal Wunderbare Mutter" gestellt. Zeitbedingt waren dann nur noch einige Wortmeldungen der Zuhörer möglich, bevor mit Gebet, Segen und gemeinsamem Lied der sehr erbauliche Abend in Hirschberg ausklang.