Hirschberg: Altern will gelernt sein
Interessantes Thema: Mit der Frage, wie man auch im Alter glücklich sein kann, hat sich die Katholische Landvolkbewegung auf Schloss Hirschberg beschäftigt. Zu einem Foto stellten sich Maria Weidenhiller, Pater Giudo Kreppold (Mitte) und Simon Strobel auf. - Foto: Funk
Hirschberg

Der dritte Lebensabschnitt stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Pater Guido Kreppold am ersten Tag. Der Referent ist Mitglied des Kapuzinerordens und damit bei einem Reformzweig der Franziskaner, er lebt in Ingolstadt. Das Wort "alt" höre man nicht gerne. Man denke an gebrechlich, auf Hilfe angewiesen, unbedeutend, pflegebedürftig, Altersheim, Pflegestation. In anderen Kulturen sei "alt" derweil eine Auszeichnung. Es gebe viele Beispiele für betagte Persönlichkeiten, die sehr geschätzt werden. In der Bibel seien das beispielsweise Abraham und Sara, in der Politik Konrad Adenauer, der mit 74 Jahren Bundeskanzler wurde und dann noch 14 Jahre regierte.

Wolle man den Verlauf des Lebens mit dem Ziffernblatt einer Uhr vergleichen, dann steige in der ersten Lebenshälfte der Zeiger bis 12 Uhr. Ab Mittag gehe es dann wieder in die andere Richtung. Die Lebensmitte - zwischen 35 und 50 - bringe normalerweise eine Wende der Einstellung. Die erste Lebenshälfte gelte der Ausbildung, dem Ergreifen eines Berufes und dem Aufbau einer Familie. Spätestens dann, wenn die Kinder aus dem Haus seien, setze ein Umdenken ein. Nun würden die Voraussetzungen für ein erfülltes Altern gesetzt, so der Referent. Für gläubige Menschen sei eine bewusste Hinwendung zum Religiösen wichtig. Es sei sinnvoll, sich in dieser Lebensphase selbst zu hinterfragen. Viele Menschen würden merken, wie wohltuend Stille sein kann. In Dietfurt würden beispielsweise sogenannte Zenkurse angeboten.

Am zweiten Veranstaltungstag referierte Andreas Klein, Leiter der bäuerlichen Familienberatung der Erzdiözese München, über "Generationskonflikte und wie sie zu lösen sind". Ein einschneidender Punkt sei stets die Übergabe des landwirtschaftlichen Betriebes an die folgende Generation. Dies sei oft mit Konflikten verbunden, da nun neue Ideen zum Tragen kommen sollen. Auch wirtschaftlich sei die Nachfolgeregelung oft mit Risiken behaftet. Das Loslassen müsse schon vorher eingeübt werden, so der Referent. Vertrauen zur nächsten Generation sei sehr wichtig. Gleiches gelte für Gespräche und die Bereitschaft, sich selbst zu ändern.

Der Stadtheimatpfleger von Eichstätt, Rainer Tredt, rief derweil das Thema "Brauchtum und Traditionen" in Erinnerung. Blumenschmuck zu den jeweiligen Jahreszeiten, die Kirchweih- oder Martinsgans, Allerseelenspitz und Palmzweige - jede Jahreszeit habe ihre typischen Merkmale, die erhalten und gepflegt werden sollten. Die Teilnehmer brachten regionaltypische Bräuche in die Diskussion ein.