Dietfurt: Werkzeugbau anno dazumal
Mit viel Fingerspitzengefühl führte Robert Pleyer den Meißel aus Horn und den hölzernen Hammer, um aus Feuerstein eine funktionstüchtige Sichelklinge entstehen zu lassen. - Foto: Götz
Dietfurt

Entsprechende Exponate finden sich im Original im Museum im Hollerhaus. Bei archäologischen Untersuchungen wurden die Herstellungsweisen dieser Werkzeuge erkundet. Den entsprechenden Verfahren dazu musste von Fachleuten in langwierigen Versuchen nachgespürt werden. Jahrzehnte lang befasste sich Robert Pleyer aus Regensburg mit den Erkenntnissen der Archäologie und entwickelte daraus die nötigen steinzeitlichen Techniken. So konnte er den authentischen Nachbau von Steinklingen und die Herstellung von Birkenbast als zeitgemäßen Klebstoff demonstrieren. Die ganze Herstellungsabfolge zeigte er bei Alcmona. Feuerstein aus der Gegend um Abensberg und Painten diente als Werkstoff für die Klingen. Er wurde als begehrter Rohstoff vor etwa 7000 Jahren ein Jahrtausend lang hier abgebaut und gelangte auf den Handelswegen bis an den Bodensee. Hammer aus Holz und einen Meißel aus Horn benutzte er, um die messerscharfen Klingen vom Feuerstein zu gewinnen.

Dazu kam eine ganz besondere Schlagtechnik, die verhinderte, dass der Stein unförmig absprang, sondern Form bewahrte. Auch der Kleber aus Birkenbast nach steinzeitlichem Rezept gelang dem erfahrenen Mann und er verklebte damit die Klingen fachgerecht am Ast.

Im nächsten Jahr im August wird Robert Pleyer wieder als Gast bei Alcmona Interessierten zeigen, wie ein funktionstüchtiges steinzeitliches Messer entsteht. Dann kann zugeschaut, aber auch selbst mit steinzeitlichen Verfahren zur Herstellung eines Messers gearbeitet werden.