Dietfurt: Magische Welten im Kulturhaus
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Dietfurt

Hauptorganisatorin Maria Hauk-Rakos, die Leiterin der Stadtbücherei Dietfurt, hatte zusammen mit dem Jugendparlament und der Kolpingfamilie Dietfurt die Aktionswoche unter dem Motto "Tauche mit uns ein in magische Welten" erstmals ins Leben gerufen. Sie stellte die Leiter des Cosplay-Workshops vor: Lena und Sascha Lehr, Jenny Quast sowie Patrick Hünlich. Lena Lehr ist evangelische Religionslehrerin an der Grund- und Mittelschule in Dietfurt. Sie führte als begeisterte Hobbystylistin für Cos-playkostüme die Teilnehmer in die Thematik ein: Der Begriff Cosplay setze sich aus den englischen Wörtern "Costume" und "Play" zusammen. Beim Cos-play stellten Anhänger dieser Szene eine selbst gewählte Figur durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Cosplay werde hauptsächlich auf Veranstaltungen, den sogenannten Conventions der Anime- oder Manga-Fanszene betrieben. Cosplayer treffen sich aber auch bei Veranstaltungen wie etwa auf der Leipziger Buchmesse.

Ursprünglich kommt der Kostümtrend aus Japan, schwappte aber in den 1990er-Jahren nach Deutschland über, erklärte Lehr. Grundsätzlich sei im Cosplay alles erlaubt. Die Cosplayer holen sich Anregungen aus Games, Animes und Mangas, Fantasyfilme wie etwa Herr der Ringe oder Harry Potter, TV-Serien und Comics wie Batman.

Lehr gab auch Ratschläge, wie die Jugendlichen die für sie passende Figur auswählen. Sie müsse ihnen gefallen und zu den eigenen Körperproportionen passen und der eigenen Persönlichkeit entsprechen. Die Kostüme könnten gekauft, geschneidert oder selbst gebastelt werden. Hierfür seien im Internet viele Anleitungen, viele Tutorials, die man sich ansehen könne, zu finden. Generell werde beim Cosplay Wert darauf gelegt, dass die Inspiration so real wie möglich umgesetzt werde, aber manchmal müsse man als Cosplayer eben Abstriche machen. Ein Kostüm aus Metallteilen wie im Falle von Ritterrüstungen, welches 30 Kilogramm wiege, sei schließlich auch nicht mehr bequem. Jenny Quast, Mediengestalterin, erklärte den Jugendlichen, wie die Fotos, die schließlich im fertigen Outfit von Cosplayern geschossen werden, am Computer nachbearbeitet werden können, um so authentisch wie nur möglich zu wirken. Nicht nur Tonwert- und Farbkorrekturen seien für einen Feinschliff geeignet, sondern auch die Kulisse, vor der ein Cosplayer steht, könne beliebig verändert werden, wenn es zum Beispiel darum geht, eine Figur auf Dächern herumklettern zu lassen.

Dann durften die Jugendlichen loslegen. Aufgeteilt in Gruppen gingen die Fantasyfans daran, entweder einen Zauberstab zu basteln oder Schwerter. Auch Black-Swan-Prinzessinenkronen standen als Bastelvorlage bereit, wurden aber weniger nachgefragt. Wer wollte, konnte auch zu Lena Lehr in die Maske, welche den Jugendlichen das Original-Make-up von angesagten Figuren wie etwa von Harley Quinn, der bösen Freundin des Jokers, verpasste. Mit großem Eifer bastelten die Jugendlichen unter Anleitung von Jenny Quast mit Hilfe von Heißkleberpistole, chinesischen Essstäbchen und Acrylfarben magische Zauberstäbe von bekannten Zauberern wie Harry Potter oder Dumbledore.

Die Jugendlichen ließen sich von den Vorlagen inspirieren und entwarfen Zauberstäbe nach ihren persönlichen Ideen. Eigene Einfälle wurden beim Schwerterbau umgesetzt, die mit Hilfe von Karton und Yogamatten gebastelt wurden und ein spektakuläres Aussehen erhielten. Sascha Lehr gab den Jugendlichen dabei den einen oder anderen Tipp, wie sie die Materialien am besten einsetzten, um die Schwerter so authentisch wie möglich zu gestalten.

Auch Anschauungsobjekte und aufwendig gestaltete Kostüme wie etwa das von Ritter Artorias oder von Elbin Tauriel hatte das Cosplay-Team im Gepäck.

Am Ende des Workshops bekamen die Teilnehmer noch die Gelegenheit, vor die Linse von Hobbyfotograf Patrick Hünlich zu treten. Originell geschminkt, mit selbst gebasteltem Accessoire - ob Schwert oder Zauberstab - warfen sich die Teilnehmer noch ein Kostümteil über und wurden im Innenhof der Bücherei in ihrer neuen Rolle fotografiert.