Dietfurt: Einblick in das Leben der Vorfahren
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Dietfurt

Mit dem Erntefest dankten die Menschen früher den Göttern zur Erntezeit, indem sie ihnen die ersten geernteten Früchte darboten. Organisiert wurde "Lugnasadh" vom Verein Alcmona Dietfurt, welcher die Besucher mit köstlichem Kelteneintopf, Gegrillten und feinen Kuchen verwöhnte. Beim keltischen Erntefest gab es vielerlei Gelegenheit, den Darstellern über die Schulter zu blicken: Wie in der Bronzezeit Wolle gefärbt wurde, zeigte das Ehepaar Gertraud und Helmut Grundwald aus der Nähe von Taufkirchen. Aus Naturmaterialien von heimischen Pflanzen wie Birken-, Brombeerblättern, Kamillenblüten oder etwa Eichen- und Apfelrinden erhielt die Wolle schon damals die unterschiedlichsten Färbungen. Auch das Herstellen von Käse aus unbehandelter Kuhmilch wurde gezeigt und der fertige Käse fand zahlreiche Abnehmer, die ihn verkosten wollten.

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Textiltechniken wie das Spinnen oder das Nadelbinden zeigte die Gruppe Eurandos aus dem Innviertel. Zu sehen war auch das Aufbereiten von Brennesselfasern als Vorstufe zur Stoffherstellung. Wie ein Kettenhemd entsteht, wurde ebenso gezeigt, wie das keltische Salzsieden, Werkzeuge, Ausrüstung und Waffen der Frühzeit waren zu bewundern. Elisabeth Stegbauer von der Gruppe Touta Nanto En erläuterte Interessierten das Brettchenweben, für das ein über 2000 Jahre altes Muster als Grundlage diente. Christian Frey aus Neustadt saß an der offenen Feuerstelle und erklärte, wie Bronze gegossen und daraus Ziergegenstände wie Schmuckstücke fabriziert wurden. Auch Führungen über das Gelände wurden von Mitgliedern des Vereins organisiert.

Die Musikgruppe Omwoldon von Thomas Gampfer aus Kelheim führte Musik mit Trommelklängen und Didgeridoo vor. Von Josef Dürr aus Dürn konnte man sich im Weidenflechten instruieren lassen. Andreas und Kerstin Kirmse waren als Darstellergruppe aus Thüringen angereist und hatten einen nach archäologischen Befunden konstruierten Lagerplatz aus dem Paläolithikum aufgebaut. Für das jüngere Publikum war ein Bogenschießstand aufgebaut, auch das Einbaumfahren auf dem alten Kanal sorgte für einen riesigen Zulauf. Horst Meier, Vorsitzender des Alcmoma-Vereins, erklärte Interessierten wie ein bronzezeitliches Gewand ausgesehen hat.

Die Besucher hatten schließlich noch die Möglichkeit, symbolisch einem bronzezeitlichen Hügelgrabbegräbnis beizuwohnen. Mit einem Tujenzweig folgten sie dem Leichenzug, angeführt von Kurt Scheuerer vom Stadtmuseum Ingolstadt und Horst Meier, der kräftig in das Horn blies.

Das Leben unserer Vorfahren konnte auch beim diesjährigen Erntefest wieder mit allen Sinnen in gemütlicher Atmosphäre nachempfunden werden.