Beilngries: Zwischenbilanz im Fasshotel
Viel zu berichten hatte Campingplatz-Betreiber Michael Müller (Mitte, grüne Jacke) den Beilngrieser Stadträten bei einer informativen Führung über die Freizeitanlage. - Foto: Fabian Rieger
Beilngries

Etwa 17 Monate sind ins Land gezogen, seit sich eine Schar Beilngrieser Stadträte zu einer Bauausschusssitzung am örtlichen Campingplatz eingefunden hatte. Einige exemplarisch aufgestellte Fasshotels ernteten neugierige Blicke. Ansonsten war aber allenfalls zu erahnen, wie sich die Freizeitanlage an der Altmühl entwickeln sollte. Inzwischen geht die zweite Saison unter dem neuen Pächter langsam ihrem Ende entgegen. Müller nahm das zum Anlass, die Stadträte einzuladen und ihnen aufzuzeigen, was sich alles getan hat.

Die größte Neuerung musste er den Lokalpolitikern im Grunde nicht mehr vorstellen. Die Holzfässer, die Müller als "erstes Fasshotel Bayerns" bewirbt, haben weit über die Gemeindegrenze hinaus Bekanntheit erlangt. Sie sind auch ein Hauptgarant dafür, dass der Betreiber eine außerordentlich positive Zwischenbilanz ziehen kann. Zu den Zahlen in diesem Jahr seien noch keine abschließenden Angaben möglich, so Müller. Doch bereits im Premierenjahr 2016 habe er - im Vergleichen zum Durchschnitt der vorherigen Jahre - eine Steigerung der Übernachtungszahlen um 30 Prozent verbucht. Vor allem das Konzept, unter der Woche Schulklassen und am Wochenende Familien für einen Aufenthalt in den Fässern zu begeistern, gehe sehr gut auf. "Was uns besonders freut: Im August sind viele Kinder, die bereits mit der Schule hier waren, mit ihren Familien wiedergekommen." Wie vor längerer Zeit berichtet, hatten sich Müller und die Stadt Beilngries mit einer entsprechenden Broschüre an die Lehrer im Umkreis von 100 Kilometern gewandt. Die Nachfrage ist groß, wie nun zu erfahren war. Bis auf wenige Ausnahmefälle sei es auch gelungen, diesen neuen "Trubel" mit den Ansprüchen der klassischen Camper unter einen Hut zu bringen, berichtete Müller.

Anhand einer Bildschirmpräsentation informierte er die Stadträte noch über zahlreiche weitere Aspekte. Unter anderem teilte er mit, dass der Campingplatz inzwischen unter der Marke Naturama Beilngries firmiert. Von den im Bewerbungskonzept aufgeführten Maßnahmen seien viele bereits umgesetzt worden, sagte Müller den versammelten Stadträten. So habe man unter anderem den Gastraum saniert, die Terrasse neu gestaltet, die Duschen aufgehübscht, den Spielplatz um ein Trampolin erweitert und den Bootsverleih weiter aufgestockt. Die bereits im Konzept enthaltenen Planungen in Sachen Schlaffässer habe man bekanntermaßen mehr als erfüllt, inzwischen gibt es deutlich mehr als 40 solcher Fässer auf dem Gelände. Noch nicht umgesetzt ist hingegen das Vorhaben, einige Baumhäuser zu errichten, in denen die Gäste Urlaub machen und in luftiger Höhe übernachten können. Diese Bauwerke sind am Rande der Zeltwiese vorgesehen. Da dort aber in unmittelbarer Nähe die Umgehungsstraße entstehen wird, möchte Müller erst deren Bau abwarten, um dann zu entscheiden, ob die Baumhäuser an diesem Standort umsetzbar sind. Böse Worte fand der Campingplatz-Betreiber aber keineswegs ob des großen Straßenbauprojekts, das schon bald direkt vor seiner Nase starten wird. Dass diese Möglichkeit besteht, war bereits während der Bewerbungsphase klar - wenngleich damals niemand so wirklich daran glauben wollte, dass es jetzt tatsächlich so schnell klappt mit dem seit Jahrzehnten diskutierten Projekt. Bei seiner Präsentation hatte Müller die Umgehungsstraße von der Liste der Risiken in die Aufzählung der Chancen wandern lassen. Denn: Die künftige Straße habe den Vorteil, dass jeder, der sie befährt, ganz automatisch an der Freizeitanlage vorbeikomme. Das könne auch einen Werbeeffekt mit sich bringen, so Müllers Hoffnung.

Ein weiterer wesentlicher Punkt aus dem Konzept - die Kooperationen mit diversen Partnern - sei bereits angelaufen, so die Information für die Stadträte. Als Beispiele nannte Müller den Dinopark in Denkendorf, die Rosenburg und den örtlichen Kletterpark. Beilngries sei ein "Ort der 1000 Ziele", man müsse das nur kreativ zu nutzen wissen.

Bürgermeister Alexander Anetsberger zeigte sich am Ende der eineinhalbstündigen Informationstour in seiner bereits vorherrschenden positiven Einschätzung zu den Entwicklungen am Campingplatz bestätigt. Es habe sich sehr viel getan, die Entwicklung der Übernachtungszahlen sei positiv und mit dem neu ausgerichteten Konzept seien weitere Zielgruppen erschlossen worden, so das Gemeindeoberhaupt.